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Online-Umfrage: Überblick über Österreichs Onlinebranche


Ausgangsposition der Online-Umfrage

Das Wort „Online“ löst in Teilen des Journalismus nach wie vor ambivalente Gefühle aus, Ängste wie auch Hoffnungen. Das Internet bedrohe auf der einen Seite die „alten“ Medien, weil es deren News-Kompetenz übernommen hat, das Inseratengeschäft vereinnahmt und journalistische Kriterien angeblich unterwandert. Auf der anderen Seite befinde sich hier der einzige Wachstumsbereich für Anzeigen, ermögliche Online unmittelbare Interaktion mit den Usern, liege hier die Zukunft.

Für die Gegenwart ist eines mit Sicherheit zu konstatieren: Den meisten, die in Österreich journalistisch im Internet tätig sind, geht es verglichen mit ihren Kolleginnen und Kollegen in den „alten“ Medienhäusern schlechter. Häufig wurden die Online-Redaktionen aus den Stammhäusern ausgegliedert. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten – soweit sie überhaupt angestellt sind – vielfach mit Kollektivverträgen der Werbung und Marktkommunikation oder IT. Unter das Journalistengesetz fallen nur die wenigsten. Das sind zumindest die häufigsten Antworten, die man zu hören bekommt, wenn man heute Kollegen und Kolleginnen aus den Onlinebereichen zu ihrem Status Quo befragt. Wie sich deren Situation in Österreich tatsächlich gestaltet, ist unklar.

Für einen Teil der „Onliner“ hat das Medienhaus Wien 2007 eine Umfrage durchgeführt: 250 von 7.000 Journalistinnen und Journalisten des Landes arbeiten ihr zufolge ausschließlich fürs Internet. Statistisch betrachtet sind sie zwar jünger, besser ausgebildet und es finden sich mehr Frauen unter ihnen. Aber sie sind weniger sicher beschäftigt und verdienen weniger als ihre Kollegen in anderen Medien. So verdienstvoll die Studie des Medienhauses Wien war, so hat sie doch nur jene „Onliner“ berücksichtigt, die eine Anbindung an etablierte Medienunternehmen haben und auf die der kollektivvertraglich und gesetzlich festgelegte Begriff „Journalist/Journalistin“ zutrifft. Nicht erreicht wurde die große Gruppe von Personen, die ähnliche Tätigkeiten für Nicht-Medienunternehmen verrichten und dabei nicht selten Presseausweise nutzen. Auch blieben Fragen zu Arbeitszeit, redaktionellen Aufgaben, Fort- und Weiterbildung unberücksichtigt.

Aus diesem Grund haben die Initiative „Mediengruppe Online“ und die GPA-Journalistengewerkschaft Anfang des Jahres eine Online-Umfrage durchgeführt, mit der diese Leerstellen gefüllt werden sollen. Ziel war es, einen Überblick über die österreichische Onlinebranche zu erhalten und die arbeits- und gehaltsrechtliche Situation der „Onliner“ zu dokumentieren. Mit diesem gesicherten und völlig neuen Datenmaterial sollen nun Strategien für künftige KV-Verhandlungen entwickelt werden.

Leider verzögert sich die Auswertung der Umfrageergebnisse zum Thema Online-Journalismus bis Ende Mai. Grund dafür sind derzeit laufende Mobilisierungsmaßnahmen der Belegschaften im Medienbereich (JournalistInnen und ArbeiterInnen in Druckereien), um bestehende arbeitsrechtliche Standards abzusichern.

Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp bittet um Verständnis und bedankt sich gemeinsam mit der Mediengruppe Online für Eure Mithilfe.

Mediengruppe Online

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11. März 2009 at 7:22 pm Hinterlasse einen Kommentar

Unsere Forderungen für den Online-Journalismus


Meyers Online Lexikon beschreibt einen Journalisten als

„Publizist, der haupt- oder freiberuflich für Zeitungen, Zeitschriften, Nachrichten- und Pressedienste, bei Film, Funk und Fernsehen tätig und durch die Verbreitung von Informationen von großem Einfluss auf die öffentliche Meinung ist.“

Diese Definition hat einen gravierenden Fehler: Es fehlt der Bereich Online.

Warum?

Der „Ehrenkodex für die österreichische Presse“ des verblichenen Presserats richtete sich „an alle, denen Aufgaben der Information und der Kommentierung der Zeitereignisse anvertraut sind, sich stets der Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit, Sauberkeit und Korrektheit bewusst zu sein.“

Auch hier fehlt der Begriff Online komplett.

Heißt das, dass Online-Journalisten nicht nach Grundsätzen handeln sollen wie „Journalismus heißt Verantwortung tragen, und zwar gegenüber der Öffentlichkeit, dem betreffenden Medium und dem eigenen Gewissen. Demnach sind Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Bericht oberste Verpflichtung des Journalisten. Dies gilt auch für die Beschaffung von Nachrichten, Bildern und sonstigem Informationsmaterial“?
Geht wirklich Gefäß vor Inhalt?

Wir sagen: Nein.

Qualität ist keine Frage der Verpackung, sondern des jeweiligen Anspruchs. Den stellen nicht nur wir an uns selber, den erwarten und fordern auch unsere Leser und Nutzerinnen. In der steigenden Flut der Online-Angebote sind ebenso fixe Ankerpunkte der objektivgen Informationsangebote notwendig, wie sie die „klassischen“ Medien seit Jahrzehnten offerieren. Wir wollen und können sie bieten, wenn man uns die dazu zwingend notwendigen Möglichkeiten und Absicherung bietet.
Genagelte Schuhe gibt es auch nicht im Billigsupermarkt um die Ecke.

Daher fordern wir:

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17. August 2008 at 6:54 pm 5 Kommentare

Die Gewerkschaft und die Online-Journalisten


Die Gewerkschaft ist für alle da! Oder doch nicht? Auf der Homepage unserer Vertretung kommen wir zwar nicht explizit vor, aber zwischen den Zeilen les ich auch den Online-Journalismus.

Hallo Gewerkschaft, wir kommen!

***

Service für Sie
Es gibt vieles, für das es sich lohnt organisiert zu sein.

Die GPA-DJP ist die mitgliederstärkste Gewerkschaft innerhalb des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und vertritt die Interessen aller Angestellten, Lehrlinge, SchülerInnen und StudentInnen sowie JournalistInnen und alle ArbeitnehmerInnen im Graphischen Gewerbe und der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie.

Entsprechend vielfältig und umfangreich sind auch die Serviceleistungen der GPA-DJP.

Zur Homepage der Gewerkschaft

17. Januar 2008 at 12:38 pm Hinterlasse einen Kommentar

Nachrichten aus den USA – Betrifft: Gewerkschaft


die journalisten – nun mehr mediengewerkschaft – weiß noch nicht wirklich was sie machen soll mit uns. ich soll nun nach möglichkeit mit euch und mit der gpa ein konzept bzw. einen verein auf die beine stellen, der sich organisiert – was ja eigentlich schon passiert, nur noch ohne verein. die gpa würde wenn wir das wollen unter anderem auch online-umfragen bereit stellen und so einmal herausfinden wie es so in der branche aussieht.

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5. November 2007 at 11:13 pm Hinterlasse einen Kommentar

Anspruch


Wer sind wir?

Betriebsräte und sozial engagierte Mitarbeiter von österreichischen Online-Medien.

Was wollen wir?

Das Selbstverständnis im Bereich Online-Journalismus für den eigenen Job lässt leider zu wünschen übrig. Und das hängt von vielen Faktoren ab. Vielfach werden in großen Medienhäusern die Online-Redaktionen entweder ignoriert oder die handelnden Personen als Journalisten zweiter Klasse abgestempelt oder auf der anderen Seite missbraucht als Ausbildungsakademie für angehende Printjournalisten.

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25. Oktober 2007 at 12:39 pm 1 Kommentar

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