Posts tagged ‘Crossmedia’

Besser Online 2010


Zwischen Paid Content und Gratiskultur – wer zahlt für Journalismus im Netz?

Zur Tagung Besser Online 2010 des DJV am Samstag, 9. Oktober, ab 9.30 Uhr im Bayerischen Rundfunk in München sind alle interessierten Journalisten herzlich eingeladen.

Natürlich auch interessant für Online-Journalisten.

Was wird geboten?

Vorträge und Podiumsdiskussionen z.b. mit Jochen Wegner, Chefredakteuer Focus Online.

Themen:

Web 2.0.2: Erfolg im Netz – Von A-Bloggern und Alpha-Journalisten lernen

Crossmedia 2: Wie die Redaktionen großer Medienunternehmen crossmedial arbeiten

und vieles mehr

Genauere Infos und Anmeldung hier.

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9. September 2010 at 3:08 pm Hinterlasse einen Kommentar

Online-RedakteurInnen vertraglich nicht anerkannt!


Online-Journalismus in Österreich: Umfrage der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp und der Mediengruppe Online

Die erste Umfrage, die die Arbeits- und Vertragssituation der Online-JournalistInnen in Österreich untersucht hat, zeigt: Obwohl eine große Mehrheit redaktionell tätig ist und eigene Geschichten produziert, werden sie vertraglich nicht als RedakteurInnen anerkannt. Betroffen davon sind sowohl Angestellte als auch freie MitarbeiterInnen.
Die Medienhäuser haben ihre Online-Abteilungen in den vergangenen Jahren zum größten Teil ausgegliedert und betreiben dadurch »Kollektivvertragsfl ucht«. Die Online-JournalistInnen unterliegen so mehrheitlich nichtjournalistischen Kollektivverträgen wie IT oder Werbung, zudem fehlen in ihren Dienstverträgen überwiegend Hinweise auf
das Journalistengesetz.

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, wie wichtig es ist, dass sich die Gewerkschaft diesem Bereich künftig verstärkt widmet“, kommentiert Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft/Wirtschaftsbereich 25 (Medien) in der GPA-djp die Ergebnisse der Studie. „Die unfaire und inadäquate Behandlung der Kolleginnen und Kollegen
in den Online-Redaktionen greift nicht nur deren wirtschaftliche Basis an, sondern stellt auch eine ernste Bedrohung für die Meinungsfreiheit in Österreich dar“, so Bauer weiter. Im Online-Bereich herrsche derzeit noch »Wildwest-Mentalität«. Nur eine starke Gewerkschaft könne hier für entsprechende kollektivertragliche Rahmenbedingungen
sorgen.

80 Prozent schreiben eigene Geschichten

Dass die Online-RedakteurInnen tatsächlich JournalistInnen sind, geht aus den Ergebnissen der Umfrage eindeutig hervor. Mehr als 90 Prozent arbeiten überwiegend an den redaktionellen Inhalten ihrer Website, knapp 80 Prozent davon schreiben eigene Geschichten. 60 Prozent führen eigene Interviews, rund 30 Prozent besuchen regelmäßig Pressekonferenzen und drehen eigene Videos für die Website. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Angestellten und »Freien«.

Nur Minderheit im richtigen Kollektivvertrag

Von den 132 TeilnehmerInnen der Studie sind 65 angestellt, 61 freie DienstnehmerInnen und sechs arbeiten auf Werkvertrag. Bei 80 Prozent der Angestellten wird laut Angaben ein Kollektivvertrag angewandt, aber nur bei 13,5 Prozent von ihnen ist es der »richtige«, der Journalisten-KV und Redakteurs-KV Tageszeitung. Durch die Ausgliederungen
der Online-Redaktionen von den großen Medienhäusern werden andere KVs angewendet als bei den KollegInnen aus z.B. Printredaktionen, obwohl in beiden Fällen journalistisch gearbeitet wird. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Angestellten Online-Journalisten sind daher mit einem KV von IT und Datenverarbeitung bzw.
Werbung und Marktkommunikation angestellt.

Von den freien Dienstnehmern und WerkvertragsnehmerInnen haben 73 Prozent einen Vertrag mit dem Unternehmen, 24 Prozent keinen, drei Prozent machten keine Angabe.
Bei den Angestellten fi ndet sich nur bei elf Prozent ein Hinweis auf das Journalistengesetz in den Arbeitsverträgen, bei den freien MitarbeiterInnen mit Verträgen ist nur bei acht Prozent ein Hinweis darauf enthalten.

»Ich bin Redakteurin, Online-Redakteurin«

Sind die KollegInnen aus dem Online-Bereich nun JournalistInnen oder nicht? Ein Blick auf die Visitenkarte (80 Prozent aller Angestellten wird eine solche von ihrem Unternehmen zur Verfügung gestellt, bei »Freien« ist das nur zu einem Viertel der Fall), zeigt, dass bei beiden Gruppen als Profession mehrheitlich »RedakteurIn oder Online-RedakteurIn« zu lesen ist. Gar nicht selten sind die Fälle, in denen auf der Visitenkarte gar kein Beruf steht: »Mit dem Zusatz ‚Redakteurin‘ würde man ja zugeben, dass ich Journalistin bin, was nicht mit dem IT-Kollektivvertrag zusammen passt«, hat eine Studienteilnehmerin dazu angemerkt.
Um mehr über das Selbstverständnis der KollegInnen zu erfahren, wurden sie auch gefragt, mit welcher Berufsbezeichnung sie sich selbst auf einer Party vorstellen würden: »JournalistInnen« und »Online-RedakteurInnen« haben sie dabei am öftesten genannt. Einige Antworten spiegelten das nach wie vor bestehende Wertigkeitsgefälle im Journalismus: »Ich arbeite beim Kurier (andere: ohhh, ahhhh), beim Onlinekurier (asoooo)« und frei nach James Bond: »Ich bin Redakteurin, Online- Redakteurin.«


Elf Euro in der Stunde

Die Umfrage hat auch die wirtschaftliche Situation der Online-JournalistInnen untersucht. Rund die Hälfte der Angestellten verdient zwischen 1.500 und 2.500 Euro Brutto, wobei drei Viertel davon Vollzeit (ab 38 Stunden) beschäftigt sind. Bei den »Freien« (43 Prozent Vollzeit) verdient über die Hälfte zwischen 1.000 und 2.000 Euro, 25 Prozent bis zu 1.000 Euro, 15 Prozent zwischen 2.000 und 2.500 Euro. Da viele »Freie« teilzeitbeschäftigt sind, ist ihr Verdienst aber relativ zu sehen. Der meist genannte Stundensatz für »Freie« liegt zwischen 11 und 12 Euro.

Die offi zielle Arbeitszeit laut Vertrag beträgt bei der Mehrheit aller Befragten 40 Stunden, die tatsächliche Arbeitszeit ist allerdings deutlich höher: Ein Drittel arbeitet zwischen 40 und 45 Stunden, 20 Prozent zwischen 45 und 50 Stunden.


Statistisches zur Umfrage

Die Online-Umfrage wurde von der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp in Zusammenarbeit mit der Mediengruppe Online erstellt und von Dezember 2008 bis Anfang Februar 2009 durchgeführt. Ihre Ergebnisse sind nicht repräsentativ, wir halten sie aber für signifi kant, da den Fragebogen insgesamt 132 Personen ausgefüllt haben. Die meisten stammen aus den großen Medienhäusern wie kurier.at, DiePresse.com, kleine.at, ORF.at und derStandard. at. Wichtig waren aber auch Beiträge aus anderen Online-Redaktionen (u.a. volvoclub.at, sportnet und Wirtschaftskammer).

Die Geschlechterverteilung liegt bei genau 50:50. Über die Hälfte aller Befragten ist zwischen 20 und 30 Jahre alt, ein knappes Drittel zwischen 31 und 40, die »Freien« sind tendenziell jünger als die Angestellten. Die überwiegende Mehrheit der Befragten gibt als Dienstort Wien an, gefolgt von der Steiermark und Niederösterreich. 62 Prozent der Angestellten und 54 Prozent der Freien haben ein abgeschlossenes Hochschulstudium, fünf bzw. neun Prozent einen FH-Abschluss.

27. Mai 2009 at 2:56 pm 3 Kommentare

US-Verleger planen Online-Angebot gegen Bezahlung


Neuer Anlauf zur Vermarktung von Online-Journalismus, berichtet die dpa:

US-Verleger starten einen neuen Anlauf zur Vermarktung von Online-Journalismus. Bereits vom Herbst an wollen drei Verleger in dem neuen Internet-Portal „Journalism Online“ Artikel und andere Qualitätsprodukte anbieten. Das Portal solle nicht primär über Werbung, sondern über Bezahlung durch Nutzer finanziert werden. Man sei überzeugt, dass die Zeit reif sei für ein „neues Geschäftsmodell“, das eine „effiziente Vermarktung“ von Online- Qualitätsjournalismus erlaube, sagte der Mitgründer der Initiative, Steven Brill.

Neben Brill, Mitbegründer des Spartensenders „Court TV“ und des Fachblatts „American Lawyer“, ist der ehemalige „Wall Street Journal“-Herausgeber Gordon Crovitz bei der Initiative dabei. Hintergrund des neuen Anlaufs sei die Einschätzung, dass durch Werbung allein kein Qualitätscontent in Online-Medien erreichten werden könne, heißt es zur Begründung. Stattdessen setze man auf „paid content“.

Als Kunden seien Verlage weltweit ins Auge gefasst. Vom Herbst an sollen die Online-Inhalte mehrerer Medien bereitgestellt werden. Es seien verschiede Bezahlmodelle geplant, unter anderem eine Bezahlung pro Zeile, aber auch per Jahresabonnement in Höhe von 55 Dollar (42 Euro), heißt es in US-Medien.

„Es ist keine Frage, dass der Journalismus ein neues Geschäftsmodell braucht“, kommentierte der TV-Sender CNBC auf seiner Internet-Seite. Bislang habe allerdings noch niemand eine brauchbare Lösung präsentiert. Allerdings stelle sich die Frage, „ob die Leute bereit sind, für etwas Geld auszugeben, das sie bisher für selbstverständlich gehalten haben“.

16. April 2009 at 3:42 pm 2 Kommentare

Seminar: Slideshows als journalistische Form


Äußerst interessant, welche Seminare in Deutschland angeboten werden.

Hier ein „Netz-Fundstück“ der Akademie für Publizistik in Hamburg:

Slideshows als journalistische Form

mit Kai Voigtländer, Akademie für Publizistik

Auf amerikanischen Webseiten sieht man Slideshows schon recht häufig: bewegte Bildstrecken, mit O-Tönen oder Atmo unterlegt. Der amerikanische Fotograf Joe Weiss hat ein einfaches Programm entwickelt, mit dem Journalisten Fotos animieren und mit Tönen unterlegen können: Soundslides. Damit erstellen die Teilnehmer eigene Slideshows und lernen dabei die Grundregeln der Tonbearbeitung. Außerdem analysieren wir Beispiele auf ihr erzählerisches Potential und ihre journalistischen Möglichkeiten hin. Die Teilnehmer lernen, wie sie Schützenfeste, Taubenzüchtertreffen und andere lokal, regional oder global bedeutsame Ereignisse in einer attraktiven und netztauglichen Form neu erzählen können.

Man beachte den von mir hervorgehobenen Satz. Das Seminar zielt auf regionale Plattformen ab. Auch für die großen Verlage werden Zusammenschlüsse von lokalen Medien immer wichtiger. Und damit auch deren Internet-Auftritte. Hier stellt sich die Frage: Werden die Lokal-Redakteure immer mehr zu Online-Journalisten und lernen Sie das Handwerk des Netz-Publishing, der Produktion von Texten und Bildern in internetgerechter Form? Entstehen im Lokaljournalismus die ersten Cross-Media-Journalisten?

Günter Felbermayer für mediengruppeonline.at

12. März 2009 at 11:22 pm 1 Kommentar

Dramatisches Gezwitscher


Der Kurznachrichtendienst Twitter wird immer öfters als Newsfeed „missbraucht“. Oder positiver formuliert: Die deutschen Onlinemedien nehmen Twitter zunehmend ernst. Zum Amoklauf in der Nähe von Stuttgart berichteten die großen Online-Portale fast im Minutentakt.

Ein neues Betätigungsfeld für den Online-Journalismus? Oder nur ein neues technisches Feature, das die Intention dieser Plattform untergräbt…

11. März 2009 at 7:36 pm Hinterlasse einen Kommentar

Der „crossmediale“ Newsdesk


Glaubt man WAZ-Geschäftsführer Ulrich Reitz, dann steht ein ganzer Berufsstand vor einer Revolution. Wenn im Sommer das neue Portal des Verlags startet, dann werden in einem „crossmedialen“ Newsdesk gemeinsam Online- und Printjournalisten sitzen. Ein Vorbild für andere Redaktionen?

Der WAZ-Geschäftsführer prognostiziert schon eine neues Berufsbild, das des Channel-Managers, der entscheidet, welche Inhalte in welchem Medium wo, wann und in welcher Form ausgespielt werden. Dabei setzt Reitz vor allem auf die Print-Journalisten vor Ort. „Unser Job wird es sein, sie für die Online-Welt zu begeistern“. Reine Online-Journalisten dagegen seien nicht zu bezahlen. „Online-Journalisten haben kein Return of Investment“, sagt er ganz Geschäftsmann.

Zum gesamten Beitrag auf hr-online

*****

Vom medienübergreifenden Produzieren und Crossmedialität hört man ja immer wieder. Die oben genannten Zeilen stammen von den Frankfurter Online Journalismus Tagen 2007. Stellt sich die Frage, ob sich die Medien wirklich in diese Richung entwickeln oder schon entwickelt haben.

25. Februar 2008 at 7:24 pm Hinterlasse einen Kommentar

Totenschiff Online-Redaktion


Im Folgenden ein Gastbeitrag von unseren deutschen Kollegen vom Werkkanon.

Stay tuned!

Gestern erzählte mir ein Kollege auf einer Party, wie stark gerade die Gehälter im Journalismus verfallen. Konkret ging es um n-tv, deren Manager sich angeblich rühmen, teilweise Jahresgehälter von lächerlichen 25.000 bis 27.000 Euro zu zahlen: für Vollzeit-Redakteure! Selbst (Print-)Volontäre haben vor fünf oder sieben Jahren 10.000 Euro mehr bekommen.

Erfahrungen aus Online-Redaktionen sind mitverantwortlich dafür, dass die Gehälter mit einer solchen Verve gedrückt werden. Viele Verlage haben bei ihren Online-Produkten erfolgreich mit neuen Beschäftigungsbedingungen (Kollegen werden nicht als Redakteure, sondern als Content Manager eingestellt, um ihnen gewissen Sozialleistungen streichen zu können) experimentiert. Diese unheilvollen Erfahrungen werden jetzt auf Printredaktionen übertragen. Online-Redaktionen erweisen sich als Speerspitze eines industrialisierten Journalismus, zum Vorboten ökonomischen Ausrichtung aller Produktionsprozesse.

(mehr …)

30. November 2007 at 9:13 pm 1 Kommentar

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