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FAQ: Der neue Kollektivvertrag


Was ist der Unterschied zwischen einem Kollektivvertrag und einem Hausvertrag? Wieso ist es rechtlich überhaupt möglich, dass JournalistInnen im IT-, Gewerbe- oder Werbe-KV gelandet sind? ) Nimmt der neue KV BerufseinsteigerInnen dadurch Geld weg, dass die neuen Einstiegsgehälter niedriger sind als die Tarife im KV alt? Wie viele Jahre aus freien Dienstverhältnissen werden bei einer Anstellung angerechnet?

Das sind nur einige Fragen, die vielen österreichischen Journalisten derzeit auf der Zunge brennen. Denn: Ab Juli soll der neue Journalisten-KV gelten, davor gibt es allerdings noch eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder darüber. Im Fall eines negativen Ausgangs der Abstimmung wird der KV nicht unterschrieben und erlangt keine Gültigkeit. Aber was würde das dann eigentlich bedeuten?

Die Gewerkschaft (GPA-djp) hat jetzt ein FAQ zum neuen KV zusammengetragen – und auch Fragen und Antworten zur Urabstimmung. Darüber hinaus kann der neue Kollektivvertrag  heruntergeladen werden.

Bleiben trotzdem noch Fragen? Einfach hier im Forum die Fragen stellen oder ein Mail an info@mediengruppeonline.at.

>>FAQ zum neuen KV (linke Spalte mitte klicken für den Download)

>>FAQ zur Urabstimmung (linke Spalte unten klicken für den Download)

>>Der neue KV im Volltext (linke Spalte oben klicken für den Download)

Übrigens: Die Wähler-Registrierung für die Urabstimmung ist von 15. bis 29. April online auf der GPA-djp-Homepage möglich. Die Urabstimmung findet von 8. bis 22. Mai statt.

kvbild

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9. April 2013 at 1:30 pm Hinterlasse einen Kommentar

Vorläufige Einigung: KV-Kündigung wird zurückgezogen, Gespräche gehen weiter


Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp und der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) einigten sich in ihrem Treffen am 29. Oktober auf folgende Vorgangsweise zur vorläufigen Beilegung des Konflikts um die aufgekündigten Kollektivverträge und zur Wiederaufnahme von Verhandlungen um einen neuen Journalisten-KV:

Memorandum of Understanding

Parteien:
KV-Verhandlungskurie des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ)
KV-Verhandlungskurie der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp

Präambel
Mit vorliegendem Memorandum of Understanding bekennen sich die Parteien zum gemeinsamen Ziel eines zeitnahen Abschlusses des in Verhandlung befindlichen Kollektivvertrages.
Zu diesem Zweck wird folgendes vereinbart:

1. Verlängerung der Geltungsdauer der Kollektivverträge
Die Parteien werden umgehend, bis spätestens zum 14. November 2012 die jeweils erforderlichen Gremienbeschlüsse erwirken, damit die Kollektivvertragsparteien spätestens zum 15. November 2012 einvernehmlich:
a) die ausgesprochene Kündigung zum 31.12. aufheben; und
b) unter einem folgende Einfügung eines Punkt 1a in § 49 Punkt zu beschließen: „1a. Für das Kalenderjahr 2013 gilt abweichend von Punkt 1: Dieser Vertrag ist zu jedem Quartalsende unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist kündbar.“

2. Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp sichert zu, bis zum selben Zeitpunkt den Streikbeschluss aufzuheben.

Vorbehaltlich Erfüllung der Punkte 1. und 2. werden die Parteien die Verhandlungen gemäß der Punkte 3. bis 7. dieses Memorandum of Understanding zu Ende führen.

3. Die weiteren KV-Verhandlungen werden in Blöcken abgehandelt, die in Form von Klausuren stattfinden. Die erste wird für 30.11. – 2.12.2012 vereinbart.

4. Die Tagesordnung dazu wird von den beiden Verhandlungsteams vorab und zeitnah akkordiert. Bei weiteren Klausuren wird analog vorgegangen.

5. Beide Seiten erklären, die Verhandlungen so zu führen, dass ein Inkrafttreten des neuen Kollektivvertrages spätestens mit 1.7.2013 möglich ist. Dies bedingt, dass die inhaltlichen Fragen bis 15. Februar abschließend abgehandelt sind.

6. Für die anschließende Redaktionsphase werden beide Seiten im Vorfeld ein gleich großes Redaktionsteam nominieren.

7. Kommunikation: Dieses Memorandum ist zur Veröffentlichung bestimmt. Darüber hinaus verpflichten sich die Verhandlungsparteien für die Zeit der Verhandlungen bis zum Ende derselben zum Stillschweigen über Verhandlungspunkte und zur Nichtbefassung von dritten außenstehenden Personen bzw. Institutionen. Auf beigezogene Experten ist diese Verschwiegenheitspflicht zu überbinden. Beide Seiten bekennen sich dazu, jegliche öffentliche Äußerungen und Maßnahmen zu unterlassen, welche das Gesprächsklima belasten können.

Link: GPA-djp

 

Stellungnahme von Franz C. Bauer:

Liebe Kollegin, Lieber Kollege,

Danke für Deinen Einsatz am vergangenen Montag bei den Kundgebungen für einen fairen Kollektivvertrag. Diese waren ein großer Erfolg. Beim heutigen Gespräch mit dem VÖZ haben wir uns darauf verständigt, die KV-Verhandlungen zum neuen Journalisten-KV wieder aufzunehmen. Die erste Verhandlungs-Klausur dazu findet Ende November statt.

Zuvor wird der VÖZ bis 15. November die notwendigen Beschlüsse herbeiführen, um die ausgesprochene KV-Kündigung zurück nehmen zu können. Im Gegenzug wird die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp in der nächsten Präsidiumssitzung den Streikbeschluss rückgängig machen. (Den genauen Wortlaut der Vereinbarung findest Du anbei.)

Unser aller Einsatz hat sich gelohnt und dazu geführt, neuerlich Schritte auf einem gemeinsamen sozialpartnerschaftlichen Weg machen zu können und gestärkt in die nun anstehenden, abschließenden Verhandlungen zu gehen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich nochmals daran erinnern, dass an der Urabstimmung über den neuen Journalisten-KV ausschließlich Gewerkschaftsmitglieder der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp teilnehmen können. Bei der KV-Urabstimmung stimmberechtigt sind jene Gewerkschaftsmitglieder, auf die der neue KV Anwendung findet: JournalistInnen bei Tages- und Wochenzeitungen und deren Onlineausgaben. 
Mit freundlichen Grüßen,

Franz C. Bauer
Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp

29. Oktober 2012 at 12:50 pm 1 Kommentar

Der Präsident mit dem „Online First“-Schild


Unser absolutes Lieblingsbild mit Symbolcharakter von der Demo vor dem VÖZ: Der Präsident der Journlisten-Gewerkschaft, Franz C. Bauer auf der Tribüne – kurz zuvor hatte ich ihm das Schild mit dem Motto der Mediengruppe Online in die Hand gedrückt: „Online First“. Für uns bedeutet das ein starkes Symbol, dass Online-Journalisten von der Gewerkschaft wahrgenommen werden und dass ein neuer KV nur abgeschlossen wird, wenn die „Onliner“ drin sind.

Weil wir aber auch gehört haben, dass das Schild bei manchen Kollegen aus dem Print-Bereich zu Irritationen geführt hat: Wir wollen damit auf keinen Fall eine Spaltung, ganz im Gegenteil. In einer Zeit, wo immer öfter von sogenannten integrierten Redaktionen die Rede ist, müssen sich die Verleger endlich einmal klar werden, dass die Formel „Online First“ auch arbeitsrechtliche Auswirkungen hat. Mit „Online First“ wollen wir den Zusammenhalt der Onliner demonstrieren – und unsere Solidarität mit allen Journalisten – denn nur mit einem gemeinsamen Kollektivvertrag wird die gemeinsame Arbeit in Zukunft meistern zu sein.

Danke an @OliveraStajic für das Ablichten und twittern

23. Oktober 2012 at 2:05 pm 2 Kommentare

Erhöhter Takt: Protestkundgebung, Watchdog und Arbeitsinspektorat


 

Nach und neben der Veröffentlichung unseres Offenen Briefes an den VÖZ sind mehrere weitere Maßnahmen und Vorbereitungen ins Rollen gekommen.

Ganz wichtig sei hier erwähnt, dass die Gewerkschaft zum Termin des nächsten Verhandlungstermins mit dem VÖZ zu einer öffentlichen Betriebsversammlung und Protestkundgebung vor dem Sitz des VÖZ aufruft:

>>Information auf ots.at

Auch in Graz, Salzburg und Innsbruck werden Proteste stattfinden.

Unterstützung dafür kommt dabei von Verena Fabris, Romy Grasgruber, Julia Hofmann, Simon Inou, Claudia Schäfer, Alexander Pollak, Philipp Sonderegger, Markus Wailand.

Sie haben auf Facebook folgendes veröffentlicht und zur Kundgebung aufgerufen (http://www.facebook.com/events/484459551576223/)

Der Watchdog Journalismus braucht uns!
Zivilgesellschaft für einen starken Journalismus!
Unterstützung für die Demo am 22. Oktober 2012

Wir bauen auf einen starken Demokratie-Watchdog Journalismus: Einrichtung des Korruption-U-Ausschusses, Tierschützer-Prozess oder Schließung der Saualm. Die Qualität journalistischer Arbeit steht und fällt mit den Arbeitsbedingungen in den Redaktionen.

Jetzt braucht der Demokratie-Watchdog Unterstützung: unabhängiger Journalismus darf nicht weiter ausgehungert werden. Um die Kosten weiter zu drücken, setzt der Verband Österreichischer Zeitungen auf die Spaltung der Redaktionen und hat den Kollektivvertrag gekündigt.

Wenn Regierungsinserate bis zu 10 Prozent des Umsatzes von Tageszeitungen ausmachen, wenn Verlage jährlich 10 Prozent Rendite und mehr aus ihren Häusern herausholen, wenn bei den Redaktionen weiter gespart wird, dann wird uns der Demokratie-Watchdog Journalismus eines Tages an der gespannten Kette tot umfallen.

Deshalb unterstützen wir die Protestmaßnahmen der Journalist/innen

Aber auch auf der rechtlichen Ebene wird der Takt erhöht: Wegen Verstößen gegen die Arbeitszeit wird nun das Arbeitsinspektorat eingeschaltet. Der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Proyer. dazu: „Wir sind zwischenzeitlich überzeugt, dass in zahlreichen Konzerntochterbetrieben, welche den strittigen Kollektivvertrag für Werbung und Marktkommunikation Wien anwenden, geplant und daher regelmäßig Wochenendarbeit ohne ausreichende arbeitsruherechtliche Deckung durchgeführt wird.“
Wir sind gespannt auf die Überprüfungen.
Liebe Mitstreiter, bitte dranbleiben, weitere Aktionen folgen – hier wird immer so schnell wie möglich darüber berichtet.

 

14. Oktober 2012 at 6:13 pm Hinterlasse einen Kommentar

Protest gegen die KV-Kündigung


Der Verband österreichischer Zeitungen hat per Ende des Jahres den Journalisten-KV gekündigt. Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp reagiert empört – Franz C. Bauer spricht von einem „unangebrachten Eskalationsschritt“. In der letzten Präsidiumssitzung wurde ein Streikbeschluss eingebracht, in den folgenden Tagen und Wochen werden Aktionen folgen.

>>mehr dazu

>>Kampfmaßnahmen bis zum Streik

Auch wir Online-Redakteure sind von der KV-Kündigung betroffen. Der VÖZ und die Verleger bringen damit weit fortgeschrittene Verhandlungen ins Wanken und das Resultat der Kündigung heißt, dass Online-Mitarbeiter keine Chance mehr auf den richtigen Kollektivvertrag  bekommen werden. Gerade in Zeiten wo das Wort „integrierte Redaktion“ durch die Redaktionsstuben geistert, ist das nicht hinzunehmen. Die Zwei-Klassengesellschaft muss endlich überwunden werden – und wir dürfen uns nicht vom VÖZ gegeneinander ausspielen lassen. Solidarität hilft nicht nur jenen, die im alten KV sind, sondern auch uns, damit wir endlich reinkommen.

Darum bitte ich euch, den Protest der GPA-djp zu unterstützen und die Online-Erklärung hier zu unterschreiben: http://scripts.oegbverlag.at/gpa/pet_journalisten2012/

3. Oktober 2012 at 11:24 am 1 Kommentar

VÖZ kündigt KV „präventiv“ – was heißt das für Online-Redakteure


Der VÖZ kündigt den Journalisten-KV per Jahresende auf. Manche Online-Journalisten, die in ganz anderen KVs sind, sind der Meinung, das betrifft nur Redakteure, die im alten KV sind. Dem ist aber nicht so: Denn mit der Aufkündigung gibt es keine Chance mehr, den neuen KV umzusetzen, damit ist die Chance auf Gleichstellung zwischen Print und Online dahin, jahrelange Vorbereitung und Verhandlung wird vom VÖZ weggewischt. Und achtung: Beim VÖZ steht wohl kaum  das Wohl der Jungen im Vordergrund.

 

VÖZ kündigt Journalisten-KV präventiv zum Jahresende 2012
Gasser und Bergmann fordern neuen Journalisten-KV bis zum 31. 12. – Appell an Journalistengewerkschaft: „Im Interesse der Jungen gemeinsam an einem Strang ziehen“

Wien (OTS) – Nach reiflichen Überlegungen haben die
Vorstandsmitglieder des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ)
bei ihrer gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, den
Journalisten-Kollektivvertrag mit Jahresende 2012 präventiv zu
kündigen.
„Im Hinblick auf die sich verschlechternden wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und das nahende Ende des vierten Verhandlungsjahres
sieht es der Vorstand des VÖZ als geboten an, die Branche und den
journalistischen Nachwuchs nicht dem Risiko weiterer ergebnislos
verstreichender Verhandlungsjahre auszusetzen“, betonten
VÖZ-Präsident Hans Gasser und Geschäftsführer Gerald Grünberger in
ihrem gemeinsamen Schreiben an die Journalistengewerkschaft.
Gleichzeitig unterstreichen sie, dass der VÖZ nach einer
beiderseitigen Unterzeichnung des neuen Kollektivvertrages vor dem
31. Dezember 2012 die Kündigungserklärung zurückzieht.
Gasser und Grünberger schließen sich der Auffassung der
Journalistengewerkschaft an, die Franz C. Bauer in einer APA-Meldung
vom 11. September artikuliert hat, dass ein Konsens bei den
Verhandlungen bis zum Jahresende möglich sei. „Der Abschluss der weit
vorangeschrittenen Verhandlungen ist uns ein großes Anliegen. Ein
neuer KV ist von essentieller Bedeutung für die Branche.“ Der VÖZ
appelliert daher an die Journalistengewerkschaft „im Interesse der
jungen Journalisten gemeinsam an einem Strang zu ziehen“ und die
Kollektivertragsverhandlungen bis zum Jahresende abzuschließen. „Wir
verbleiben in der Hoffnung, die weit gediehenen, jedoch aus nicht
nachvollziehbaren Gründen äußerst schleppend verlaufenden
Verhandlungen noch im laufenden Verhandlungsjahr zu einem Abschluss
zu bringen“, betonten der VÖZ-Präsident und der Geschäftsführer im
Kündigungsschreiben an die Gewerkschaft.
Zum Hintergrund: Seit 2009 verhandeln Verlegerverband und
Journalistengewerkschaft in 31 Verhandlungsrunden zu je circa sechs
Stunden an einem neuen Kollektivvertrag, der auch für
Onlinejournalisten gelten soll. Dabei wurden bereits weitreichende
Ergebnisse erzielt, wie Arbeitszeitregelungen auf Basis einer
5-Tage-Woche, erhebliche Qualitätsverbesserung bei der
Journalistenausbildung und Neuschaffung einer umfassenden
Sabbatical-Regelung von bis zu einem Jahr. Beim neuen Gehaltsschema
lagen die Vorstellungen der beiden Verhandlungsparteien nur 50 bis
150 Euro auseinander. In der letzten Verhandlung vom 18. Juni wischte
die Gewerkschaft diese mühsam erzielten Kompromisse handstreichartig
vom Tisch und forderte ein komplett anderes und deutlich teureres
Gehaltsschema. Daraufhin brach der VÖZ die Verhandlungen ab, zeigte
sich jedoch weiterhin verhandlungsbereit unter der Bedingung, dass
sich die Gewerkschaft zu den bereits akkordierten Einigungen bekennt.
Nach elf Wochen Funkstille hat die Arbeitnehmerseite zwar am 21.
September neue Terminvorschläge für weitere Verhandlungen im Herbst
übermittelt, die Zusage der Gewerkschaft auf Basis der bestehenden
Kompromisse weiter zu verhandeln, fehlt aber bis heute.
Auf Seiten des VÖZ wurde in der Vorstandssitzung vom 26. September
Standard-Geschäftsführer Wolfgang Bergmann zum neuen
Verhandlungsführer bestellt. Der scheidende Verhandlungsleiter
Hermann Petz unterstützt diesen Schritt der präventiven Kündigung
ausdrücklich, wünscht dem Verhandlungsteam alles Gute und betont:
“Die Kündigung wirkt sich nicht auf bestehende
Angestelltenverhältnisse aus.“ Der KV gilt jedoch ab 1. Jänner 2013
nicht mehr für neu eintretende Journalisten.
„Die Printmedien werden wegen der Umwälzungen in der Branche auch
dann unter großem Druck stehen, wenn sich die Konjunktur verbessert.
Mit der Kostenstruktur des jetzigen Kollektivvertrages, der immer
noch 15 Gehälter hat, ist die Zukunft akut gefährdet. Das kann auch
nicht im Interesse der Mitarbeiter sein. Da wir schon knapp vor einer
Einigung standen, ist das Ziel eines Abschlusses bis Jahresende immer
noch realistisch – wenn beide Seiten wollen, wir wollen jedenfalls!“,
betonte VÖZ-Verhandlungsführer Bergmann abschließend.

27. September 2012 at 10:09 pm Hinterlasse einen Kommentar

Kollektivvertrag – Online-Redakteure in die erste Reihe


Onliner fordern die Gleichstellung mit Print-Redakteuren, aber Bestandsverträge verhindern Neuanstellungen

Online-Journalisten werden noch immer als Journalisten zweiter Klasse gesehen, beschreibt Günter Felbermayer, Chef vom Dienst (Online) bei der Presse Digital und einer der Initiatoren der Mediengruppe Online die aktuelle Situation in Sachen KV-Reform. Zwar könne er über den aktuellen Verhandlungsstand nichts sagen, aber „bisher war einer der Knackpunkte, in welcher Form Online-Journalisten und Freie in den KV eingebunden werden sollen“. Hier wurden einige Modelle besprochen: von der Einführung einer Kategorie eines „technischen Redakteurs“ bis zu einer vollkommenen Gleichstellung. Er hoffe jedenfalls, dass die Deklassierung der Online-Journalisten durch eine Integration in den neuen Journalisten-KV aufgehoben wird: „Das ist ganz wichtig für das Selbstverständnis von Online-Redakteuren. Noch wichtiger ist der neue KV für Kollegen, die entweder gar nicht angestellt werden oder mit Phantasie-Verträgen, die absolut nicht dem Marktwert entsprechen.“

Auf welches KV-Modell man sich auch immer einigt, eine Gleichstellung von Online- und Printredakteuren steht für Felbermayer ganz oben auf der Tagesordnung: „Durch die Entwicklungen in der Medienlandschaft in den letzten Jahren spielt es keine Rolle mehr, auf welcher Plattform man seine Geschichten veröffentlicht.“

Vereinfachtes Arbeiten. Optimistisch gibt sich auch Standard.at-Geschäftsführerin Gerlinde Hinterleitner: „Problematisch war und ist, dass es für das junge, sich noch entwickelnde Medium keinen adäquaten KV gibt und gegeben hat. Es gab, auch von Seiten der Gewerkschaft, schon vor Jahren Versuche, einen Medien-KV zu installieren. Das ist leider gescheitert. Ich denke, der jetzige Versuch wird erfolgreicher sein.“ Kurier.at-Geschäftsführer Ronald Schwärzler setzt ebenfalls große Stücke auf ein vereinfachtes Arbeiten mit einem neuen KV: „Kooperatives Arbeiten an Produkten einer Medienmarke ist durch bisher unterschiedliche (kollektiv-) vertragliche Grundlagen nicht immer einfach. Durch einen gemeinsamen Kollektivvertrag erwarte ich mir für das Unternehmen und alle Mitarbeiter noch bessere, durchgängige Möglichkeiten, um für all unsere Medien wirken zu können.“ Insgesamt erwartet sich Schwärzler damit auch in Zukunft die Gewährleistung „hoher journalistischer Qualität“.

Skeptisch bei Reformen. Österreich-Boss Oliver Voigt, nach Eigendefinition „gewohnt optimistisch“, zeigt sich eher skeptisch, was ein rasches Vorankommen von Reformbestrebungen betrifft: „Wenn ich mir ähnliche Vorhaben hierzulande ansehe, bin ich nicht so optimistisch.“ Er glaubt, dass die Online-Kollegen „vorsichtig sein müssen, dass sie mit einem gemeinsamen KV mit den Print-Redakteuren nicht verlieren“. Er bezieht sich dabei auf die „Bestandsgarantieverträge langjähriger Journalisten“: „Diese Altverträge sind der Verhinderungsgrund für Neuanstellung junger Kollegen.“

(Artikel von Erika Hofbauer, erschienen im Medienmanager)

9. August 2011 at 4:42 pm Hinterlasse einen Kommentar

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