Posts filed under ‘Diskussion’

Veranstaltungstipp: „Geliebter Feind“ – Presseverleger und das Internet


“Geliebter Feind” – Presseverleger und das Internet”: Über das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverleger und die Zukunft des Journalismus im Netz

lsr

am Donnerstag, den 23. Mai  2013, 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr (Einlaß: 19:00)
im Raum D, quartier21, QDK, Electric Avenue,
MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, A-1070 Wien

Den traditionellen Verlagen brechen mehr und mehr die Erlöse weg – weniger Werbeeinnahmen, sinkende Abonenntenzahlen bei den sogenannten klassischen Medien. Trotzdem wird relativ wenig bis nichts in die wachsenden digitalen Märkte investiert und es gibt noch immer absolut keine Strategie und kein funktionierendes Modell für Bezahlschranken. Darüber hinaus werden internationale englische Märkte mit dem Mini-Medienmarkt in Österreich verglichen. Der Druck wird größer, auch auf jeden einzelnen Online-Journalist. Wie soll man darauf reagieren?

Das Internet hat nicht nur traditionelle Geschäftsmodelle und Medien in Frage gestellt, sondern auch bisherige Zugänge zur demokratischen Partizipation und Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen. Die Verbindung von professionellem Journalismus als “vierter Gewalt” in und Grundlage unserer Demokratie und den Presseverlagen gilt nicht überall mehr als selbstverständlich. Inhalte und Nachrichten zu ordnen, sortieren und zugänglich zu machen, haben auch andere Dienstleister (Aggregatoren) übernommen. “Neue Medien” und “neue Bedürfnisse” schufen “neue Herausforderungen” für den Journalismus im allgemeinen und für Presseverlage im besondern.

Neben zukunftsfähigen Geschäfts- und Finanzierungsmodellen des Journalismus wie durch Bezahlinhalte oder die Reorganisation der Presseförderung (“Haushaltsabgabe”) wird vermehrt über die Ausweitung des urheberrechtlichen Schutzes von journalistischen Inalten debattiert: Presseverleger in Österreich, der Schweiz und in Frankreich  wünschen sich ein Leistungsschutzrecht, wie es in Deutschland bereits Gesetz geworden ist, das ihnen ermöglicht, unrechtmäßige Nutzungen effektiv zu verhindern und gleichzeitig neue Einnahmequellen aus Lizenzen zu erschließen.

Eine Podiumsdiskussion über Chancen und Risken, Erwartungen und Befürchtungen infolge eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger, als auch über die Zukunft des Journalismus und seine Finanzierung in der digitalen Informationsgesellschaft.

Die Gäste auf dem Podium sind:
Walter Gröbchen (Journalist, Blogger, Autor und Musikverleger)

Günter Felbermayer (Mediengruppe Online)

Ingrid Brodnig (Journalistin, Redakteurin beim FALTER)

Anton Aschwanden (Public Policy Manager Google Switzerland and Austria)

Moderation: Patrick Dax (Futurezone)

Einen Live-Stream gibt es auf ur21 – Urheberrecht für das 21. Jahrhundert

21. Mai 2013 at 9:20 pm Hinterlasse einen Kommentar

Über Postings und die Welt


Michael Fleischhacker, Ex-Chefredakteur der „Presse“ und nunmehriger Koluminsit in mehreren österreichischen Tageszeitungen holt in seiner aktuellen Glosse „Über Gott und die Welt“  im „Kurier-Freizeit“ mit wuchtigem Schwung gegen Postings unter Artikeln auf Online-Plattformen aus. Im speziellen spricht er die Postins auf Etat.at an: Er wurde in einem der Postings persönlich angegriffen, holt hier also erst zu einem Gegenangriff auf, inklusive Zitat von Gerd Bacher: „Selbstinfektion mit dem eigenen Schmäh“.

Für Fleischhacker sind also die Postings im Branchenmagazin nichts anderes als eine „offene Digitalpsychiatrie für zu kurz gekommene“ im Medienbetrieb – für ihn sind das „Sozialkrüppel“.

Der Auslöser für diese Kolumne ist im ersten Moment ein persönlicher, allerdings wird hier ein Thema aufgegriffen, dass seit kurzem gleich in mehreren Verlagen besprochen wird: Wie soll man mit den Postings umgehen? Soll zensuriert werden? Oder sollen die Postings ganz entfernt werden, weil sie dem Ruf der Zeitung schaden? Wie derzeit oft zu beobachten wird die Diskussion auch hier von der falschen Seite gestartet: Nicht die Möglichkeiten des Mediums Internet sollen verbessert werden, sondern der Ausgangspunkt ist ein printjournalistischer Ansatz: Wieso muss ich mir meine Geschichte durch das Geifern im Forum zerpflücken lassen? Ein sehr individueller Ansatz, der auch für Online-Redakteure nachvollziehbar ist. Doch die Gefahr ist groß, dass deshalb die falschen Schlüsse gezogen werden.

Ein schwieriges Thema. Denn: Die Möglichkeiten des Mediums Internet sollten – wenn es nach der Ansicht von Online-Experten geht – nicht beschnitten werden. Man kann und sollte die Energie und den Output, der hier entsteht, in geordnete Bahnen lenken. Das Internet lebt von der User-Beteiligung. Wird die Beschränkung zu hoch, entsteht ein digitaler Elfenbeinturm, der in diesem Medium nichts verloren hat. Die Befürchtung ist allerdings groß, dass dieses hochkomplexe Thema ohne den Input von Experten entschieden wird.

>>Fleischhackers Kolumne gibt es auch hier zum Nachlesen

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17. Februar 2013 at 2:11 pm 1 Kommentar

Die Zeitungskrise – eine Gejammer-Maschinerie


  1. Selten wurde eine Krise so breiter Raum im Feuilleton gegeben wie der eigenen Krise. Die Zeitungen sind voll von Kommentaren, Analysen und Durchhalteparolen. Auf der einen Seite wird bereits das Ende der Zeitung beschworen, auf der anderen Seite wird mit Biegen und Brechen auf die Vorteile des Holzjournalismus hingewiesen. Was allen Analysen fast durchgehend fehlt: Ideen für die Zukunft. Wie soll es nach dem Ende des Gejammers weitergehen? So wie jetzt wird es kaum bleiben, doch was kommt, ist vollkommen unklar.

    Die Mediengruppe Online zeigt hier eine unvollständige Zusammenstellung von Kommentaren und Bildern zum Thema Zeitungskrise. Erweiterung möglich.

    ***

    „The Daily“ wird eingestellt. Vorbei der Traum der iPad-Zeitung.

  2. MeGruOnline
    Die Idee der #Zeitung ist tot. Was wird aus dem Ende von “#TheDaily” lernen können #zeitungssterben bit.ly/Vtclgl
  3. Die Zeitung wird beschworen als das Non plus Ultra.
  4. @tazgezwitscher fragt: was gibt es schöneres als eine #Zeitung? 31 Antworten (Womit soll ich sonst Fliegen erschlagen) http://pic.twitter.com/jYYmJU7O
  5. Doch die Verleger haben den Umstieg auf digitale Medien noch immer nicht wirklich begriffen.
  6. MeGruOnline
    Kardinalfehler: Der analoge Mensch sieht Internet als weiteren Vertriebskanal für analoge Produkte. bit.ly/RktiZ2 #zeitungssterben
  7. MeGruOnline
    Der Tod der Verleger – weil die Manager das Internet gründlich missverstehen. #zeitungssterben via @ftd_de bit.ly/RktiZ2
  8. MeGruOnline
    #Amazon-Gründer Bezos: „Haben festgestellt, dass Leute bereit sind, für Zeitungs-Abos auf Tablets zu zahlen“ Ein Irrtum bit.ly/U5Qirf
  9. MeGruOnline
    #Digitalisierung: den veränderten Nachrichtenstrom im Internet richtig zu verstehen. und nicht print aufs ipad bringen. bit.ly/SifevD
  10. MeGruOnline
    Die #Paywall taz-zahl ich bringt der taz @tazgezwitscher 4000 euro ein. da können wohl nicht viel davon leben. bit.ly/WF2CDx
  11. MeGruOnline
    @saschalobo: Nachrichten werden zum Prozess. Der statische, gedruckte Artikel dafür nicht zeitgemäß #zeitungssterben
    bit.ly/T1851E
  12. MeGruOnline
    „Tageszeitungen sind eine Technologie – und Technologien werden von besseren Technologien abgelöst“ #zeitungssterben bit.ly/SX4hOT
  13. MeGruOnline
    Warum haben es Zeitungen eigentlich nicht geschafft, den Online-Journalismus für sich zu erobern? #zeitungssterben bit.ly/Y5VwIK
  14. In hunderten Kommentaren und Feuilleton-Beiträgen wird gejammert.
  15. FTD-Leser huldigen ihrer verblassenden Zeitung #FTD #FinancialTimes #Zeitung #Zeitungssterben #berlin
  16. MeGruOnline
    #Schirrmacher: „Journalisten sollen Hypes widerstehen und nicht sogar eigene Krise zum #Hype machen.“ Baba und foi ned! bit.ly/114Nv5Y
  17. MeGruOnline
    Der #Journalismus ist nicht Ryanair. Verlage kennen seit Jahren auf den Medienwandel nur eine Antwort: Stellenabbau. bit.ly/103RqQV
  18. MeGruOnline
    “Es gibt keine #Nachrichten-Industrie mehr” Alte Strukturen von Medienunternehmen gehen unwiederbringlich verloren. bit.ly/11bI0m1
  19. MeGruOnline
    Die eitle Ente vom Ende der Zeitungen. Nowak: Journalismus muss sich radikal ändern, wird samt Zeitung nicht sterben. diepresse.com/home/meinung/…
  20. BirgitMathon
    „Journalismus lebt von Unabhängigkeit, Furchtlosigkeit und guten Geschichten.“ @HBrandstaetter über #Zeitungssterben kurier.at/kultur/medien/tot…
  21. MeGruOnline
    Ex-Stern-CR: Nestbeschmutzung od Nestbereinigung: „Hört auf, euch selbst zu bemitleiden“ #zeitungssterben tagesspiegel.de/meinung/gas…
  22. resultmafo
    Schon gelesen? #Zeitungssterben: Das Internet ist schuld!?!? So einfach sei das aber nicht, meint @sabinehaas ow.ly/fLLbj
  23. Aber schön langsam reicht es. In welche Richtung bewegen sich die Medienverlage?
  24. JrgSingelnstein
    Die Zeit der Analyse ist vorbei. Wer morgen eine vielfältige Presselandschaft will, muss heute handeln. #Zeitungssterben
  25. Foehr_Wissen
    Wer an Lesern vorbei schreibt verliert,wer nach Lesers Mund schreibt auch. Wer in einen offenen Dialog tritt gewinnt. #zeitungssterben #zeit
  26. countUP
    Es war einmal … die Zeitung! Meine wöchtl. Paper.li zum Thema #Zeitungssterben. buff.ly/WwNrrv #lsr
  27. Aber ein bisschen schwarzer Humor muss immer bleiben.
  28. MarkusZickwolf
    Alle reden vom #Zeitungssterben aber kein Mensch redet vom #Bäckereisterben. Fabrikbrot nom nom das ist die #Zukunft
  29. TLevermann
    #zeitungssterben und #printkrise: Die meisten Probleme lösen sich von selbst. Man darf sie nur nicht dabei stören!

4. Dezember 2012 at 3:42 pm Hinterlasse einen Kommentar

Reminder: Morgen Abend Mediengruppe Online-Treffen


Liebe Kollegen und Kolleginnen aus den Online-Redaktionen

Die Demo vor dem VÖZ hat gezeigt, dass wir uns nicht alles gefallen lassen müssen – die meisten Onliner sind in falschen KVs oder gar nicht angestellt – mit der Kündigung des KV durch den VÖZ hätte diese Ungerechtigkeit fortgeschrieben werden – erst nach unserer Demo wurde die Notbremse gezogen.

Es stellen sich jetzt viele Fragen: Wie geht es jetzt weiter mit Verhandlungen, was können wir tun, damit wir in einen Medien-KV kommen? Um uns wieder einmal kurzzuschließen wollen wir Euch zu einem Treffen der Mediengruppe Online einladen – ein Abend zwischen Erfahrungsaustausch, Vernetzung, Fachsimpeln und Smalltalk.

In den letzten Tagen hat sich rund um die Demo-Vorbereitungt eine Gruppe von jungen Journalisten und Journalistinnen gebildet, die aus den verschiedensten Mediengattungen und Häusern kommen. Einer der Proponenten und Initiator von #Watchdog, Philipp Sonderegger, wird euch kurz die Ziele dieser Gruppierung vorstellen.

Anwesend sind auch die sogenannten „Onliner“, die bei den KV-Verhandlungen im Verhandlungsteam sitzen bzw. im Präsidium der Gewerkschaft engagiert sind – sie werden sich um eure Fragen kümmern und versuchen, Antworten zu geben.

WANN?

Dienstag, 30. Oktober 2012 ab 19 Uhr

WO?

Im Kellerraum der NachBar (Laudongasse) http://www.nachbar.co.at/

Bitte an Kollegen und Kolleginnen aus den Online-Medien weiterleiten.

Die Veranstaltung auf Facebook:

Mediengruppe Online

29. Oktober 2012 at 5:55 pm Hinterlasse einen Kommentar

Unterstützung für den „Watchdog Journalism“


In den letzten Tagen hat sich eine Gruppierung von Journalisten aus den verschiedensten Medienhäusern formiert. Vertreten sind Print- und Online-Journalisten, Freie journalistische Mitarbeiter, An- und Nicht-Angestellte aus dem TV- und Radiobereich, aus dem öffentlich-rechtlichen Sektor und aus dem Privat-TV-und Radio-Bereich. Am Freitag gab es eine lange Diskussion über die derzeitigen Dienstverhältnisse, über die Rechte und Nicht-Rechte und über den Druck, der derzeit im Medienbereich auf die Mitarbeiter ausgeübt wird. Conclusio: Wir wollen dem Druck nicht weiter nachgeben, ganz im Gegenteil, die Gruppe „Watchdog Journalismus“ will sich für gleiche Rechte für gleiche Arbeit einsetzen.

Auch die Mediengruppe Online ist solidarisch – und ruft gemeinsam mit „Watchdog Journalismus“ zur Demo am Montag, dem 22. Oktober um 13 Uhr vor dem VÖZ auf. Weitersagen und hinkommen! Twittert am 22. Oktober unter dem Hashtag #watchdog!

Es gibt morgen auch Liveberichterstattung von Paroli: Hier zu finden

21. Oktober 2012 at 1:50 pm 1 Kommentar

Gedankenaustausch – Vernetzung jetzt!


Die Mediengruppe Online ruft gemeinsam mit Vertretern von NGOs und der Zivilgesellschaft bzw. mit freien Mitarbeitern der Medienbranche auf zu einem Vernetzungs-Planungs-Treffen. Besprochen werden sollen die aktuellen Entwicklungen betreffend des Kollektivvertrags und wir wollen unser Auftreten bei der Demo besprechen. Aber nicht nur das: Es soll einfach mal viel miteinander geredet werden, Gedanken ausgetauscht werden. Untenstehend die Einladung an euch.

 

Demo der Journalist/innen

Einladung zum Gedankenaustausch, vernetzen & planen

Wo: Republikanischer Club, Rockhgasse 1, 1010 Wien

Wann: Freitag, 19. Oktober 2012, 19 Uhr

 

Kommenden Montag demonstrieren Journalist/innen gegen die Kündigung des Journalisten-KV. Der Protest richtet sich dagegen, dass Redaktionen weiter ausgehungert und Journalist/innen gegeneinander ausgespielt werden: Jung gegen Alt, Angestellte gegen Nicht-Angestellte, Online- gegen Printredakteure. Im Vorfeld treffen sich Journalist/innen und Solidarische aus der Zivilgesellschaft zum Gedankenaustausch, vernetzen und planen. Wie ist die Arbeitssituation – welche Aktivitäten sind geplant? Wie kann – trotz aller Differenzen – über Sparten, Generationen und Redaktionen greifend Solidarität organisiert werden? Was können Solidarische aus der Zivilgesellschaft tun?

Mit dabei: Freie im ORF-Radio, Mediengruppe Online, M-Media, Paroli, Print-Redakteur/innen und Solidarische aus der Zivilgesellschaft.

 

———– Unterstützungs-Aufruf: Der Watchdog Journalismus braucht uns ————

 

Der Watchdog Journalismus braucht uns!

Zivilgesellschaft für starken und unabhängigen Journalismus

Unterstützung der Demo am 22. Oktober 2012

https://www.facebook.com/events/484459551576223/

Wir bauen auf einen starken Demokratie-Watchdog Journalismus: Einrichtung des Korruption-U-Ausschusses, Tierschützer-Prozess oder Schließung der Saualm. Die Qualität journalistischer Arbeit steht und fällt mit den Arbeitsbedingungen in den Redaktionen.

Jetzt braucht der Demokratie-Watchdog Unterstützung: unabhängiger Journalismus darf nicht weiter ausgehungert werden. Um die Kosten weiter zu drücken, setzt der Verband Österreichischer Zeitungen auf die Spaltung der Redaktionen und hat den Kollektivvertrag gekündigt.

Wenn Regierungsinserate bis zu 10 Prozent des Umsatzes von Tageszeitungen ausmachen, wenn Verlage jährlich 10 Prozent Rendite und mehr aus ihren Häusern herausholen, wenn bei den Redaktionen weiter gespart wird, dann wird uns der Demokratie-Watchdog Journalismus eines Tages an der gespannten Kette tot umfallen.

Deshalb unterstützen wir die Protestmaßnahmen der Journalist/innen:

Unabhängiger Journalismus für uns alle! Kommt zur Demonstration am 22. Oktober! Kauft Zeitungsabos! Organisiert euch – in und außerhalb von Gewerkschaften! Ein Kollektivvertrag für alle Journalist/innen!

 Verena Fabris, Romy Grasgruber, Julia Hofmann, Simon Inou, Claudia Schäfer, Alexander Pollak, Philipp Sonderegger, Sibylle Summer, Markus Wailand

 

16. Oktober 2012 at 12:51 pm 1 Kommentar

Zu zahlenhörig, zu platt, zu konservativ


„Zum Qualitätsvergleich journalistischer Produkte werden Methoden herangezogen, die im letzten Jahrhundert einmal nützlich waren, und es wimmelt von Plattitüden. In vielen Köpfen ist Online noch nicht angekommen.“

Diesen Sukkus aus der Eröffnungsrede von Stefan Plöchinger, dem Chefredakteur von sueddeutsche.de,  auf dem DJV-Kongress „besser online“ kann ich nur vollinhaltlich unterschreiben.

Plöchinger vertritt hier einen interessanten Ansatz: „Es geht daher um Antworten auf die Frage, wie wir Journalisten unser Verständnis von Online ändern sollten, um besser zu werden, und was wir Onliner ändern können, um online besser zu machen.“ Und er sieht drei Problemfelder:

  • Wir sind zu zahlenhörig. Stimmt. Warum vergleichen sich Qualititätsmedien mit Boulevardmedien im Netzt und es wird laut geklatscht, wenn neue Rekorde gebrochen werden?
  • Wir diskutieren zu platt. Stimmt. Plattitüden bringen uns nicht weiter, auch wenn wir die Experten sind für Netz-Journalismus. Allerdings: Die wirklich größten Plattitüden werden meist von den selbsternannten Experten gebracht.
  • Wir sind zu konservativ. Stimmt. Wenn die größte Weiterentwicklung ein Ticker und ein Live-Chat bleiben, sind wir vergleichbar mit einer Zeitung aus dem Jahr 1848.

Als Abschluss seiner Rede meint Plöchinger: „Wir müssen jetzt darüber nachdenken, wie wir das Beste aus Online machen – weil die digitalen Medien unsere größte Chance sind, den Journalismus in die Zukunft zu bringen. Wir sollten nicht auf Verleger, Experten oder irgendwen anders warten. Wir müssen das selbst tun.“

Wäre das schön, wenn das funktionieren würde. Steht auf, Online-Redakteure und setzt eure Ideen um. Wie? Das wird noch zu diskutieren sein. Ich rufe dazu auf.

>>Die gesamte Rede

Günter Felbermayer für die Mediengruppe Online

2. Oktober 2012 at 12:35 pm 1 Kommentar

Wird aus dem Online-Journalismus Roboter-Journalismus?


Immer öfter wird nachgedacht über automatisch generierte Inhalte. Wie weit kann und darf das gehen? Hier einige Überlegungen dazu vom Social Media Club Austria. 

Sind automatisch generierte Inhalte die Zukunft der Zeitung?

Journalismus wurde in den letzten Jahren dank des Internet zu einer kontroversiellen Thematik. Der Informations-Boom ist nicht mehr so einfach zu bewältigen, man muss rund um die Uhr connected sein. Dafür kann man sich des User Generated Content bedienen und die Nachrichten aus mehreren Quellen überprüfen.

Eines ist klar: Journalismus, wie wir ihn heute kennen, wird es bald nicht mehr geben. Die Schnelligkeit mit der Journalisten agieren müssen wurde durch das Internet akzeleriert, so dass man entweder Redaktionen ausbauen oder Roboter einsetzen muss, um die große Menge an Information rechtzeitig zu bewältigen.

Forbes und Bloomberg haben schon den ersten Schritt in diese Richtung mit Narrative Science und Automated Insights gemacht.

Wenn man wirklich zwischen den Texten eines Computer-Algorithmus und einem Journalisten nicht unterscheiden kann, ist es wahrscheinlich gar keine schlechte Idee, Teile einer Redaktion zu automatisieren. Insbesondere in den Bereichen, wo es eher um Daten- und Zahlenanalyse geht (bspw. Aktien- und Sportberichte).

>>Ganzer Artikel

28. September 2012 at 10:23 pm Hinterlasse einen Kommentar

Der Präsident beim Medientreffen


Zirka 20 junge Online- und APA-Journalisten waren beim 6. Mediengruppe Online Treffen dabei. Diesesmal dabei war der Präsident der Journalistengewerkschaft, Franz C. Bauer. In seinen einführenden Worten hat er darauf hingewiesen, dass es derzeit KV-Verhandlungen für den Tageszeitungs-Kollektiv-Vertrag gibt – und hier steht die Gewerkschaft geschlossen dahinter, dass die Online-Journalisten darin verankert werden. Bauer gab offen zu, dass die Gewerkschaft den Bereich Online-Journalismus in der Vergangenheit etwas „stiefmütterlich“ behandelt hat  – und gelobte Besserung.

In der Diskussion mit Bauer wurde er dann mit den Wünschen, Anliegen und Beschwerden der Online-Journalisten konfrontiert. Und hier schwang teilweise auch scharfe Kritik mit – wieso hat es die Gewerkschaft zugelassen, dass in den letzten Jahren Kollektivvertragsflucht stattgefunden hat bzw. dass viele von einer Anstellung und einer adäquaten Abgeltung ihrer Arbeit nur träumen können. Geteilte Meinungen gab es auch zum Vorschlag Bauers, „Kampfmaßnahmen“ einzuleiten, sollte sich das VÖZ bei den KV-Verhandlungen nicht bewegen: Der Hinweis, dass viele „Onliner“ erst wenige Jahre oder gar Monate bei einem Medium tätig sind und daher kaum zu solchen Maßnahmen überredet werden können, stand im Raum.

Bleibt die Frage, was jeder einzelne Online-Journalist machen kann, um in Zukunft mit den Redakteuren von anderen Medienformen auf gleicher Augenhöhe zu sein – sei es von der Anerkennung als auch von der KV-Zuordnung als auch von der finanziellen Abgeltung her.

Hier will die Mediengruppe Online ein Forum schaffen, es wird weitere Treffen geben, es wird auch weiterhin Kontakt zur GPA-djp geben. Allerdings hat schon die eher geringe Teilnehmerzahl bei diesem Treffen gezeigt, dass sich viele etwas von der Gewerkschaft abgrenzen wollen. Meiner Meinung nach sollten wir das Instrumentarum der Gewerkschaft nutzen, ohne eine Umarmungs-Taktik. Jeder von Euch ist aufgefordert, für unsere Forderungen einzustehen, diese aber auch kritisch zu interfragen und mit uns weiterzudiskutieren. Dazu wird es in Zukunft auch weitere Treffen geben, um uns zu koordinieren.

Günter Felbermayer für die Mediengruppe Online


26. November 2009 at 4:38 pm Hinterlasse einen Kommentar

„Google News erhöht Wert der Seiten“


Die Süddeutsche Zeitung stellte in ihrem Magazin die Frage „Wozu Zeitung?“.  Auf derstandard.at gabs dazu einen SZ-Gastbeitrag, ein Interview mit Medienprofessor Jeff Jarvis:

„Wozu Zeitung?“ fragt das SZ-Magazin und bringt von „A wie Auflage“ bis „Z wie Zwanzigjährige“ Beiträge über den Umbruch der Branche. Für den Beitrag „G wie Google“ hat das Magazin der Süddeutschen Zeitung Medienprofessor Jeff Jarvis (buzzmachine.com) befragt. „Jedes Zeitungshaus sollte sich einen Termin setzen, zu dem es seine Druckerpressen abstellt“, sagt der Autor des Buches „Was würde Google tun?“ im Interview mit Rainer Stadler. „Google News lenkt Leser zu den Seiten der Nachrichtenanbieter. Damit erhöht Google, wie auch jeder Blogger, den Wert dieser Seiten“, so Jarvis. Es sei an den Verlagen, „aus dem Publikumsverkehr endlich Kapital zu schlagen.“

***

SZ-Magazin: Was bedeutet Google für den Journalismus?

Jeff Jarvis: Nicht nur Google, das ganze Internet verändert den Journalismus. Druckerpressen zu besitzen ist heute ein Nachteil, weil es viel Geld kostet, Zeitungen zu drucken. In der neuen, digitalen Welt lassen sich Nachrichten billiger verbreiten und auch permanent korrigieren und aktualisieren. Sie können auf verschiedene Art präsentiert werden – als Video, Text oder als Audiodatei. Die Zukunft liegt zweifellos jenseits der Druckerpresse.

SZ-Magazin: Aber in der Gegenwart machen die deutschen Verlage den meisten Umsatz immer noch mit ihren Zeitungen und nicht mit ihren Onlineportalen.

Jarvis: Der deutsche Markt ist wohl nicht so einfach mit dem amerikanischen zu vergleichen. Dennoch sollten die Blätter, die in den USA gerade reihenweise sterben, Warnung genug sein für die deutschen Verleger. Ich gehe sogar so weit zu sagen: Jedes Zeitungshaus sollte sich einen Termin setzen, zu dem es seine Druckerpressen abstellt. Nicht weil ich gegen Printprodukte wäre, sondern weil es die Verantwortlichen zum Nachdenken zwingt: Worin besteht der eigentliche Mehrwert der Arbeit von Journalisten? Wie lässt sich dieser Mehrwert auf das Internet übertragen? Welche Leute brauche ich für diese Arbeit? Wie finde ich Anzeigenkunden, die den nötigen Umsatz generieren? Alles Fragen, die sehr schwer zu beantworten sind. Deshalb sollten die deutschen Zeitungen nicht so lange warten, bis sie sich in einer ähnlich verzweifelten Lage wiederfinden wie etwa das Traditionsblatt Boston Globe. Dann ist es nämlich zu spät.

SZ-Magazin: Sollten Medienhäuser nicht umgekehrt alles versuchen, um ihre Blätter am Leben zu erhalten, schon allein wegen ihrer Bedeutung für die Demokratie?

Jarvis: Nicht die Zeitungen sind wichtig für die Demokratie, der Journalismus ist es. Leider wollen das einige Leute nicht zur Kenntnis nehmen und nur ihre Besitzstände verteidigen. Das sieht man auch an den Versuchen, die Leser im Internet zur Kasse zu bitten. Altes Denken: einen Artikel zu veröffentlichen und dann Geld zu verlangen, wie schon bei der gedruckten Zeitung. Diese Rechnung wird aber im Internet nicht aufgehen.

(mehr …)

12. Mai 2009 at 10:20 pm Hinterlasse einen Kommentar


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