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Veranstaltungstipp: „Geliebter Feind“ – Presseverleger und das Internet


“Geliebter Feind” – Presseverleger und das Internet”: Über das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverleger und die Zukunft des Journalismus im Netz

lsr

am Donnerstag, den 23. Mai  2013, 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr (Einlaß: 19:00)
im Raum D, quartier21, QDK, Electric Avenue,
MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, A-1070 Wien

Den traditionellen Verlagen brechen mehr und mehr die Erlöse weg – weniger Werbeeinnahmen, sinkende Abonenntenzahlen bei den sogenannten klassischen Medien. Trotzdem wird relativ wenig bis nichts in die wachsenden digitalen Märkte investiert und es gibt noch immer absolut keine Strategie und kein funktionierendes Modell für Bezahlschranken. Darüber hinaus werden internationale englische Märkte mit dem Mini-Medienmarkt in Österreich verglichen. Der Druck wird größer, auch auf jeden einzelnen Online-Journalist. Wie soll man darauf reagieren?

Das Internet hat nicht nur traditionelle Geschäftsmodelle und Medien in Frage gestellt, sondern auch bisherige Zugänge zur demokratischen Partizipation und Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen. Die Verbindung von professionellem Journalismus als “vierter Gewalt” in und Grundlage unserer Demokratie und den Presseverlagen gilt nicht überall mehr als selbstverständlich. Inhalte und Nachrichten zu ordnen, sortieren und zugänglich zu machen, haben auch andere Dienstleister (Aggregatoren) übernommen. “Neue Medien” und “neue Bedürfnisse” schufen “neue Herausforderungen” für den Journalismus im allgemeinen und für Presseverlage im besondern.

Neben zukunftsfähigen Geschäfts- und Finanzierungsmodellen des Journalismus wie durch Bezahlinhalte oder die Reorganisation der Presseförderung (“Haushaltsabgabe”) wird vermehrt über die Ausweitung des urheberrechtlichen Schutzes von journalistischen Inalten debattiert: Presseverleger in Österreich, der Schweiz und in Frankreich  wünschen sich ein Leistungsschutzrecht, wie es in Deutschland bereits Gesetz geworden ist, das ihnen ermöglicht, unrechtmäßige Nutzungen effektiv zu verhindern und gleichzeitig neue Einnahmequellen aus Lizenzen zu erschließen.

Eine Podiumsdiskussion über Chancen und Risken, Erwartungen und Befürchtungen infolge eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger, als auch über die Zukunft des Journalismus und seine Finanzierung in der digitalen Informationsgesellschaft.

Die Gäste auf dem Podium sind:
Walter Gröbchen (Journalist, Blogger, Autor und Musikverleger)

Günter Felbermayer (Mediengruppe Online)

Ingrid Brodnig (Journalistin, Redakteurin beim FALTER)

Anton Aschwanden (Public Policy Manager Google Switzerland and Austria)

Moderation: Patrick Dax (Futurezone)

Einen Live-Stream gibt es auf ur21 – Urheberrecht für das 21. Jahrhundert

21. Mai 2013 at 9:20 pm Hinterlasse einen Kommentar

FAQ: Der neue Kollektivvertrag


Was ist der Unterschied zwischen einem Kollektivvertrag und einem Hausvertrag? Wieso ist es rechtlich überhaupt möglich, dass JournalistInnen im IT-, Gewerbe- oder Werbe-KV gelandet sind? ) Nimmt der neue KV BerufseinsteigerInnen dadurch Geld weg, dass die neuen Einstiegsgehälter niedriger sind als die Tarife im KV alt? Wie viele Jahre aus freien Dienstverhältnissen werden bei einer Anstellung angerechnet?

Das sind nur einige Fragen, die vielen österreichischen Journalisten derzeit auf der Zunge brennen. Denn: Ab Juli soll der neue Journalisten-KV gelten, davor gibt es allerdings noch eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder darüber. Im Fall eines negativen Ausgangs der Abstimmung wird der KV nicht unterschrieben und erlangt keine Gültigkeit. Aber was würde das dann eigentlich bedeuten?

Die Gewerkschaft (GPA-djp) hat jetzt ein FAQ zum neuen KV zusammengetragen – und auch Fragen und Antworten zur Urabstimmung. Darüber hinaus kann der neue Kollektivvertrag  heruntergeladen werden.

Bleiben trotzdem noch Fragen? Einfach hier im Forum die Fragen stellen oder ein Mail an info@mediengruppeonline.at.

>>FAQ zum neuen KV (linke Spalte mitte klicken für den Download)

>>FAQ zur Urabstimmung (linke Spalte unten klicken für den Download)

>>Der neue KV im Volltext (linke Spalte oben klicken für den Download)

Übrigens: Die Wähler-Registrierung für die Urabstimmung ist von 15. bis 29. April online auf der GPA-djp-Homepage möglich. Die Urabstimmung findet von 8. bis 22. Mai statt.

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9. April 2013 at 1:30 pm Hinterlasse einen Kommentar

Treffen der Mediengruppe Online: Was bringt mir der neue KV?


Liebe Kollegen und Kolleginnen aus den (Online-)Redaktionen

Kurz vor Ostern sind nach langem Ringen die Verhandlungen für einen neuen Journalisten-KV abgeschlossen worden. Wichtigste Neuerung: Alle Online-Redakteure sind in diesem Kollektivvertrag erfasst und es wird keine „falschen Freien“ mehr geben.

Was wird sich jetzt für uns ändern? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen wollen wir Euch zu einem Treffen der Mediengruppe Online in Kooperation mit Watchdog Journalismus einladen: ein Abend zum Informationsaustausch – und natürlich sollen Vernetzung, Fachsimpeln und Smalltalk nicht zu kurz kommen.

Hauptthema des Abends:

  • Wir wollen einige der Inhalte des neuen KV vorstellen und erklären, welche Vorteile der Umstieg aus einem Fremd-KV (Werbungs-KV oder IT-KV) bringen wird
  •  Was wird sich für jene ändern, die im „alten“ KV sind?
  •  In ca. einem Monat entscheiden die Gewerkschaftsmitglieder bei einer Urabstimmung über den neuen KV: wie ist das Procedere dafür?

Neben Judith Reitstätter von der GPA-djp sind auch alle „Onliner“, die bei den KV-Verhandlungen im Verhandlungsteam sitzen bzw. im Präsidium der Gewerkschaft engagiert sind anwesend – sie werden sich um eure Fragen kümmern und versuchen, Antworten zu geben.

WANN?

Donnerstag, 11. April ab 19 Uhr

 WO?

Im großen Kellerraum der NachBar (Laudongasse)

Die Einladung ergeht per E-Mail an Redakteure und Redakteurinnen von derstandard.at, DiePresse.com, ORF.at, kurier.at, krone.at, news.at, kleine.at, oe24.at, APA Multimedia, wienerzeitung.at und an alle Mitstreiter von Watchdog.

Bitte an Kollegen und Kolleginnen – auch von anderen Medien – weiterleiten.

Die Veranstaltung auf Facebook – bitte hier um eure Zusagen:  http://www.facebook.com/events/439206329496709/

Habt ihr Fragen zum neuen KV? Bitte unter diesem Artikel posten, dann können wir uns darauf genau vorbereiten!

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3. April 2013 at 9:57 am 1 Kommentar

Journalisten-KV: VÖZ und Journalistengewerkschaft erzielen Durchbruch


Die nächsten Schritte: Finale Redaktionssitzungen im März, Urabstimmung der Gewerkschaft im April, Unterschrift des KV im Mai, Inkrafttreten am 1. Juli 2013

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp haben sich auf die wesentlichen Eckpunkte eines neuen Kollektivvertrages für Journalisten geeinigt, das gaben sie am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung bekannt. Alle entscheidenden Kapitel, darunter Arbeitszeit, Gehalt, Tarifmodell und Urlaub, konnten außer Streit gestellt werden. Der vorliegende Entwurf stellt aus Sicht beider Verhandlungsparteien einen tragfähigen Kompromiss dar. Zentrales Ergebnis ist ein gemeinsamer Redakteursbegriff, egal ob in Print- oder Online-Redaktionen gearbeitet wird. Eine gemeinsame Tariftabelle bietet faire und marktkonforme Arbeitsbedingungen. Das neue Gehaltschema liegt zwar unter dem derzeit gültigen Gehältern für angestellte JournalistInnen, aber deutlich über anderen Kollektivverträgen, die derzeit vor allem im Online-Bereich angewendet werden.

Der VÖZ-Vorstand hat den Eckpunkten am Donnerstagnachmittag zugestimmt. Doch man ist damit noch nicht am Ende der Reise angelangt, betonen beide Seiten. Die nächsten Schritte sind: In gemeinsamen Redaktionssitzungen werden im Laufe des März die finalen Formulierungen ausgearbeitet. In der Folge wird der Kollektivvertrag den Mitgliedern der Journalistengewerkschaft zur Urabstimmung vorgelegt. Der VÖZ wird unter seinen Mitgliedern zeitnahe eine Erhebung durchführen, um festzustellen, welche zusätzliche Mitarbeiterzahl dem neuen KV unterliegen wird. Ein positives Abstimmungsergebnis vorausgesetzt, wird das Vertragswerk von VÖZ und Gewerkschaft im Mai unterzeichnet. Mit 1. Juli 2013 könnte dann der Journalisten-Kollektivvertag Neu in Kraft treten.

„Dieser Kompromiss ist für einige VÖZ-Mitgliedsmedien in der Anfangsphase mit Kostensteigerungen verbunden. Im Anbetracht des wirtschaftlichen Fahrwassers, in dem sich Printmedien derzeit befinden, war diese Einigung nicht einfach. Es war uns Arbeitgebervertretern jedoch wichtig für alle Mitarbeiter – unabhängig vom Trägermedium für das sie berichten – faire und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen“, betonte VÖZ-Verhandlungsführer Wolfgang Bergmann. „Sollte dieser Kollektivvertrag mit 1. Juli 2013 in Kraft treten, werden deutlich mehr Arbeitnehmer nach den neuen kollektivvertraglichen Bedingungen für Journalisten angestellt werden.“

Der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft, Franz C. Bauer, bezeichnet das Verhandlungsergebnis als Meilenstein: „Unsere jahrelangen Bemühungen, den Kollektivvertrag für möglichst viele KollegInnen, vor allem auch für die Freien MitarbeiterInnen, geltend zu machen, waren erfolgreich. Auch für sie wird damit zukünftig der volle sozialversicherungsrechtliche und arbeitsrechtliche Schutz gelten. Die jetzt vorliegende Einigung bedeutet für alle KollegInnen in den Medienbetrieben ein gewisses Maß der Absicherung, das dringend notwendig ist und das sie selbst vehement eingefordert haben.“

Die Eckpunkte der Einigung zum neuen Journalisten-Kollektivvertrag:

Geltungsbereich: Der neue KV gilt für Tages- und Wochenzeitungen sowie für digitale redaktionelle Angebote (Online, Mobile), wenn sie mit Tages- und Wochenzeitungen vergleichbar sind. Auch vom KV erfasst ist der „technisch-redaktionelle Dienst“ – also Layouter, Grafiker, Bildbearbeiter oder Cutter, soweit sie am redaktionellen Teil mitarbeiten. Für diese gelten aber teilweise andere Regelungen.

Anzahl der Gehälter: Der KV Neu sieht (wie in allen anderen Branchen üblich) 14 statt bisher 15 Gehälter vor. „Alt-Dienstnehmer“ erhalten das bisherige 15. zunächst auf 14 Gehälter umgerechnet. Die Gehälter dieser Gruppe werden aber in den nächsten Jahren im Rahmen der jährlichen KV-Erhöhung durch schrittweise Gegenrechnung langsamer wachsen als die Gehälter neu eintretender Dienstnehmer.

Quinquennien: Die Gehaltssprünge mittels Quinquennien bestehen ab Erreichen der Regelstufe weiter, werden jedoch abgeflacht. Wobei beispielsweise das dritte und das vierte Quinquennium noch immer jeweils Gehaltssteigerungen von acht Prozent vorsehen.

Arbeitszeit: Die Normalarbeitszeit beträgt wie bisher 38 Wochenstunden und ist auf fünf tunlichst zusammenhängende Tage zu verteilen. Arbeiten, die am sechsten Tag erbracht werden, fallen unter die Überstundenregelung (50 Prozent Zuschlag). Sonn-, Feiertagsüberstunden sowie Nachtüberstunden werden mit einem Zuschlag von 100 Prozent vergütet.

Urlaub: In Zukunft ist dieser für alle Journalisten nach Journalistengesetz geregelt, für den technisch-redaktionellen Dienst nach dem Urlaubsgesetz. Für Alt-Dienstnehmer gilt die bisherige Regelung.

Sabbaticals können einvernehmlich vereinbart werden, wobei der vereinbarte KV-Text Mustermodelle mit bis zu einjähriger Dauer ermöglicht.

Die Regeln für die Anstellung freier Dienstnehmer und die Eingliederung von in Konzernen von VÖZ-Mitgliedern tätigen Journalisten ist darüber hinaus klar festgeschrieben.

8. März 2013 at 10:25 am Hinterlasse einen Kommentar

Kein Online-Hauptpreis wegen „prekärer Arbeitsbedingungen“


Elisabeth Steiner, die für den „Standard“ aus und über Kärnten berichtet, erhielt Donnerstagabend den Prälat-Leopold-Ungar-Preis der Caritas, dotiert von Raiffeisen, für herausragende journalistische Leistungen zu sozialen Themen.

Interssanterweise gab es keinen Hauptpreis in der Kategorie Online – und die Begründung dafür macht uns stutzig: Die Jury führt das unter anderen auf die „prekären Arbeitsbedingungen im Onlinejournalismus in Österreich“ zurück. Den Online-Redakteuren fehle es sowohl an Zeit und entsprechendem Einkommen, um sich auf soziale Themen zu konzentrieren, so die Jury.

Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, muss sich diese Argumentation doch wie die sprichwörtliche Katze in den Schwanz beißen, wir übernehmen hier die Argumentation der Kollegen von „dastandard.at“: „Anstatt Online-JournalistInnen zu motivieren, an ihren Themen und an ihrem journalistischen Engagement dranzubleiben, haben Sie sie de facto für ihre prekären Arbeitsbedingungen auch noch bestraft.“

Was also ist die Intention für das Aussetzen des Preises für Onlinejournalisten? Wir wären für eine Antwort dankbar.
Die Kollegen von dastandard.at haben einen Offenen Brief verfasst, der hier wiedergegeben wird.

Wir bedauern, dass in der Kategorie Online kein Hauptpreis vergeben wurde und können kein Verständnis für die Begründung aufbringen
Sehr geehrte Jury,

als Sie im Jahr 2010 zum ersten Mal den Prälat-Leopold-Ungar-Preis um die Kategorie „Online“ erweitert haben, war das ein Schritt, den die Redaktion von derStandard.at mit großer Freude begrüßt hat – nicht zuletzt weil Sie damals die kurz zuvor gegründete Redaktion von daStandard.at ausgezeichnet haben.
In diesem Jahr mussten wir mit großem Bedauern feststellen, dass in der Kategorie Online kein Hauptpreis vergeben wurde. Ihre Begründung führte die Jury unter anderem auf die „prekären Arbeitsbedingungen im Onlinejournalismus in Österreich“ zurück. „Den Online-RedakteurInnen fehle es sowohl an Zeit und entsprechendem Einkommen, um sich auf soziale Themen zu konzentrieren“, heißt es.

Online-JournalistInnen in ganz Österreich liefern sehr wohl qualitätsvolle Berichterstattung in allen Bereichen – und so auch über soziale Themen – und zwar TROTZ oftmals prekärer und arbeitsrechtlich unsicherer Situation. Das Anstellungsverhältnis kann nicht über die Qualität der Arbeit aussagen. Das widerlegen zahlreiche Journalistenpreise, die an freie Mitarbeiter vergeben werden – auch der Leopold-Ungar-Preis.

Dass die Zeit als entscheidender Faktor für qualitativ hochwertigen Journalismus genannt wird, ist ein sehr konservativer Standpunkt in Sachen neue Produktionsmethoden. Schließlich wird ja auch der Faktor Platzbegrenzung nicht als der Qualität abträgliches Merkmal genannt.

Wenn Sie aber mit ihrer Entscheidung und Begründung auf die prekären Arbeitsbedingungen (die leider Realität in einigen Online-Redaktionen sind) aufmerksam machen wollten, dann ist das eine begrüßenswerte Geste. Die kritische und Besorgnis erregende Situation vieler Jung- und Online-Journalisten breiter zu thematisieren und dagegen anzukämpfen ist, ganz im Sinne des Leopold-Ungar-Preises, ein sozial engagiertes Vorhaben. Doch für diesen Appell, sollte es einer sein, haben Sie leider das falsche Instrument gewählt. Ein Instrument, das sich ad absurdum führt. Denn die von Ihnen offenbar festgestellte mangelnde Qualität im Online-Journalismus wird sich bei prekären Arbeitsbedingungen nicht durch weiteres Verwehren finanzieller Ressourcen plötzlich verbessern. Der richtige Schritt ist also nicht ein Ausschluss aus dem Kreis der Begünstigten – zumal Arbeitsverhältnisse auch nicht in Ihren Vergabekriterien genannt werden. Das ist sogar eine Maßnahme, der für einen Preis für soziales Engagement recht zynisch ist.

Anstatt Online-JournalistInnen zu motivieren, an ihren Themen und an ihrem journalistischen Engagement dranzubleiben, haben Sie sie de facto für ihre prekären Arbeitsbedingungen auch noch bestraft.

Selbstverständlich möchte jedeR für seine Arbeit so gut wie möglich entlohnt werden, aber die mögliche Schlussfolgerung, eine Anstellung sei ein Garant für hochwertige journalistische Arbeit, und umgekehrt, freiberufliche Modelle seien Garant für schlechte Arbeit, trifft auf kreative Arbeitsprozesse so nicht zu. Ohne in die Gegenrichtung pauschalisieren zu wollen, möchten wir darauf hinweisen, dass es manchmal gerade lose, wenig verbindliche, freiberufliche Verhältnisse zu einer Redaktion sind, die ein unvoreingenommenes, unparteiliches und unabhängiges journalistisches Arbeiten ermöglichen.

Die Realität des journalistischen Lebens und Arbeitens hat sich in den letzten Jahren einerseits massiv verschlechtert, nämlich in puncto Entlohnung und Prestige. Andererseits haben JournalistInnen mit den neuen Medien Werkzeuge bekommen, rasch und unbürokratisch Informationen zu verwalten, zu verknüpfen und an die Öffentlichkeit zu bringen. Freilich sollte eine Jury wie die Ihre nicht dem Abbau arbeitsrechtlicher Errungenschaften im Journalismusbereich Vorschub leisten; die Leidtragenden dieses Abbaus auch noch zu bestrafen und inhaltlich zu diskreditieren, kann aber nicht der richtige Weg sein.

daStandard.at-Redaktion

9. November 2012 at 5:20 pm Hinterlasse einen Kommentar

Reminder: Morgen Abend Mediengruppe Online-Treffen


Liebe Kollegen und Kolleginnen aus den Online-Redaktionen

Die Demo vor dem VÖZ hat gezeigt, dass wir uns nicht alles gefallen lassen müssen – die meisten Onliner sind in falschen KVs oder gar nicht angestellt – mit der Kündigung des KV durch den VÖZ hätte diese Ungerechtigkeit fortgeschrieben werden – erst nach unserer Demo wurde die Notbremse gezogen.

Es stellen sich jetzt viele Fragen: Wie geht es jetzt weiter mit Verhandlungen, was können wir tun, damit wir in einen Medien-KV kommen? Um uns wieder einmal kurzzuschließen wollen wir Euch zu einem Treffen der Mediengruppe Online einladen – ein Abend zwischen Erfahrungsaustausch, Vernetzung, Fachsimpeln und Smalltalk.

In den letzten Tagen hat sich rund um die Demo-Vorbereitungt eine Gruppe von jungen Journalisten und Journalistinnen gebildet, die aus den verschiedensten Mediengattungen und Häusern kommen. Einer der Proponenten und Initiator von #Watchdog, Philipp Sonderegger, wird euch kurz die Ziele dieser Gruppierung vorstellen.

Anwesend sind auch die sogenannten „Onliner“, die bei den KV-Verhandlungen im Verhandlungsteam sitzen bzw. im Präsidium der Gewerkschaft engagiert sind – sie werden sich um eure Fragen kümmern und versuchen, Antworten zu geben.

WANN?

Dienstag, 30. Oktober 2012 ab 19 Uhr

WO?

Im Kellerraum der NachBar (Laudongasse) http://www.nachbar.co.at/

Bitte an Kollegen und Kolleginnen aus den Online-Medien weiterleiten.

Die Veranstaltung auf Facebook:

Mediengruppe Online

29. Oktober 2012 at 5:55 pm Hinterlasse einen Kommentar

Vorläufige Einigung: KV-Kündigung wird zurückgezogen, Gespräche gehen weiter


Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp und der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) einigten sich in ihrem Treffen am 29. Oktober auf folgende Vorgangsweise zur vorläufigen Beilegung des Konflikts um die aufgekündigten Kollektivverträge und zur Wiederaufnahme von Verhandlungen um einen neuen Journalisten-KV:

Memorandum of Understanding

Parteien:
KV-Verhandlungskurie des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ)
KV-Verhandlungskurie der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp

Präambel
Mit vorliegendem Memorandum of Understanding bekennen sich die Parteien zum gemeinsamen Ziel eines zeitnahen Abschlusses des in Verhandlung befindlichen Kollektivvertrages.
Zu diesem Zweck wird folgendes vereinbart:

1. Verlängerung der Geltungsdauer der Kollektivverträge
Die Parteien werden umgehend, bis spätestens zum 14. November 2012 die jeweils erforderlichen Gremienbeschlüsse erwirken, damit die Kollektivvertragsparteien spätestens zum 15. November 2012 einvernehmlich:
a) die ausgesprochene Kündigung zum 31.12. aufheben; und
b) unter einem folgende Einfügung eines Punkt 1a in § 49 Punkt zu beschließen: „1a. Für das Kalenderjahr 2013 gilt abweichend von Punkt 1: Dieser Vertrag ist zu jedem Quartalsende unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist kündbar.“

2. Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp sichert zu, bis zum selben Zeitpunkt den Streikbeschluss aufzuheben.

Vorbehaltlich Erfüllung der Punkte 1. und 2. werden die Parteien die Verhandlungen gemäß der Punkte 3. bis 7. dieses Memorandum of Understanding zu Ende führen.

3. Die weiteren KV-Verhandlungen werden in Blöcken abgehandelt, die in Form von Klausuren stattfinden. Die erste wird für 30.11. – 2.12.2012 vereinbart.

4. Die Tagesordnung dazu wird von den beiden Verhandlungsteams vorab und zeitnah akkordiert. Bei weiteren Klausuren wird analog vorgegangen.

5. Beide Seiten erklären, die Verhandlungen so zu führen, dass ein Inkrafttreten des neuen Kollektivvertrages spätestens mit 1.7.2013 möglich ist. Dies bedingt, dass die inhaltlichen Fragen bis 15. Februar abschließend abgehandelt sind.

6. Für die anschließende Redaktionsphase werden beide Seiten im Vorfeld ein gleich großes Redaktionsteam nominieren.

7. Kommunikation: Dieses Memorandum ist zur Veröffentlichung bestimmt. Darüber hinaus verpflichten sich die Verhandlungsparteien für die Zeit der Verhandlungen bis zum Ende derselben zum Stillschweigen über Verhandlungspunkte und zur Nichtbefassung von dritten außenstehenden Personen bzw. Institutionen. Auf beigezogene Experten ist diese Verschwiegenheitspflicht zu überbinden. Beide Seiten bekennen sich dazu, jegliche öffentliche Äußerungen und Maßnahmen zu unterlassen, welche das Gesprächsklima belasten können.

Link: GPA-djp

 

Stellungnahme von Franz C. Bauer:

Liebe Kollegin, Lieber Kollege,

Danke für Deinen Einsatz am vergangenen Montag bei den Kundgebungen für einen fairen Kollektivvertrag. Diese waren ein großer Erfolg. Beim heutigen Gespräch mit dem VÖZ haben wir uns darauf verständigt, die KV-Verhandlungen zum neuen Journalisten-KV wieder aufzunehmen. Die erste Verhandlungs-Klausur dazu findet Ende November statt.

Zuvor wird der VÖZ bis 15. November die notwendigen Beschlüsse herbeiführen, um die ausgesprochene KV-Kündigung zurück nehmen zu können. Im Gegenzug wird die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp in der nächsten Präsidiumssitzung den Streikbeschluss rückgängig machen. (Den genauen Wortlaut der Vereinbarung findest Du anbei.)

Unser aller Einsatz hat sich gelohnt und dazu geführt, neuerlich Schritte auf einem gemeinsamen sozialpartnerschaftlichen Weg machen zu können und gestärkt in die nun anstehenden, abschließenden Verhandlungen zu gehen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich nochmals daran erinnern, dass an der Urabstimmung über den neuen Journalisten-KV ausschließlich Gewerkschaftsmitglieder der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp teilnehmen können. Bei der KV-Urabstimmung stimmberechtigt sind jene Gewerkschaftsmitglieder, auf die der neue KV Anwendung findet: JournalistInnen bei Tages- und Wochenzeitungen und deren Onlineausgaben. 
Mit freundlichen Grüßen,

Franz C. Bauer
Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp

29. Oktober 2012 at 12:50 pm 1 Kommentar

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