Der Präsident mit dem „Online First“-Schild

23. Oktober 2012 at 2:05 pm 2 Kommentare


Unser absolutes Lieblingsbild mit Symbolcharakter von der Demo vor dem VÖZ: Der Präsident der Journlisten-Gewerkschaft, Franz C. Bauer auf der Tribüne – kurz zuvor hatte ich ihm das Schild mit dem Motto der Mediengruppe Online in die Hand gedrückt: „Online First“. Für uns bedeutet das ein starkes Symbol, dass Online-Journalisten von der Gewerkschaft wahrgenommen werden und dass ein neuer KV nur abgeschlossen wird, wenn die „Onliner“ drin sind.

Weil wir aber auch gehört haben, dass das Schild bei manchen Kollegen aus dem Print-Bereich zu Irritationen geführt hat: Wir wollen damit auf keinen Fall eine Spaltung, ganz im Gegenteil. In einer Zeit, wo immer öfter von sogenannten integrierten Redaktionen die Rede ist, müssen sich die Verleger endlich einmal klar werden, dass die Formel „Online First“ auch arbeitsrechtliche Auswirkungen hat. Mit „Online First“ wollen wir den Zusammenhalt der Onliner demonstrieren – und unsere Solidarität mit allen Journalisten – denn nur mit einem gemeinsamen Kollektivvertrag wird die gemeinsame Arbeit in Zukunft meistern zu sein.

Danke an @OliveraStajic für das Ablichten und twittern

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Die Demo: „Ich bin kein Schnäppchen“ Redakteure von derStandard.at fordern Gleichbehandlung: Brief an Oscar Bronner

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  • 1. Ute Groß  |  24. Oktober 2012 um 3:52 pm

    Journalist ist Journalist, Journalistin ist Journalistin. Ob Print oder Online ist nur eine Frage der Erscheinungform, nicht der Tätigkeit, diese ist die selbe, die Entlohnung allerdings nicht. Obwohl der geltende Kollektivvertrag seit 1999 (geregelt in den §§ 5 und 8) Online-Journalisten eindeutig und unmissverständlich umfasst. Die Journalistengewerkschaft hat schon damals die Zeichen der Zeit erkannt, die KV-Einstiegsgehälter und die Quinquennien gesenkt, Online dafür in den KV reklamiert und eine bessere Absicherung der Freien erreicht. Dieser Erfolg ist leider weder bei Online-Kolleginnen und Kollegen noch bei den Freien angekommen: Kaum war der neue KV unterschrieben, wurden flugs die Online-Redaktionen in eigene Gesellschaften ausgegliedert und die neuen Bestimmungen für die Freien zur Umgehung von Dienstverhältnissen missbraucht. Die Verantwortung, dass Online-Kollegen in branchenfremden Kollektivverträgen mit deutlich geringerem Entgelt geparkt sind, liegt nicht bei der Journalistengewerkschaft, nicht bei den Print-Kollegen, schon gar nicht bei den Onlinern selbst, sondern ausschließlich beim Vöz und dessen Mitgliedsbetrieben! Niemand der Genannten hat den Vöz und die Verlagshäuser jemals daran gehindert, geltende kollektive Rechtsnormen einzuhalten. Übrigens: Ausgegliedert wurde auch in Print-Redaktionen, dort haben sich Kolleginnen und Kollegen im Gewerbe-Kollektivvertrag wiedergefunden. Gespielt wird natürlich auch mit der Existenzangst der Betroffenen – die Häuser wissen sehr genau, dass es sich kaum jemand leisten kann, klagen zu gehen. Daran sind auch manche Bestrebungen der Gewerkschaft gescheitert. Unfassbar, dass in einem Rechtsstaat Menschen um ihre Existenz bangen müssen, wenn sie es wagen, ihre Rechte geltend zu machen.

    Es steht außer Frage, dass ein neuer Kollektivvertrag für alle Journalisten zu geltend hat. Es ist allerdings höllisch darauf zu achten, keine Schlupflöcher zuzulassen, die es dem Vöz ermöglichen, wieder, so wie 1999, zweimal Weihnachten zu feiern…

    Ute Groß
    BR Kleine Zeitung
    Stv. Vorsitzende der Journalistengewerkschaft

    Antwort
  • 2. eminenz  |  24. Oktober 2012 um 4:36 pm

    danke, Ute!

    Antwort

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