Zu zahlenhörig, zu platt, zu konservativ

2. Oktober 2012 at 12:35 pm 1 Kommentar


„Zum Qualitätsvergleich journalistischer Produkte werden Methoden herangezogen, die im letzten Jahrhundert einmal nützlich waren, und es wimmelt von Plattitüden. In vielen Köpfen ist Online noch nicht angekommen.“

Diesen Sukkus aus der Eröffnungsrede von Stefan Plöchinger, dem Chefredakteur von sueddeutsche.de,  auf dem DJV-Kongress „besser online“ kann ich nur vollinhaltlich unterschreiben.

Plöchinger vertritt hier einen interessanten Ansatz: „Es geht daher um Antworten auf die Frage, wie wir Journalisten unser Verständnis von Online ändern sollten, um besser zu werden, und was wir Onliner ändern können, um online besser zu machen.“ Und er sieht drei Problemfelder:

  • Wir sind zu zahlenhörig. Stimmt. Warum vergleichen sich Qualititätsmedien mit Boulevardmedien im Netzt und es wird laut geklatscht, wenn neue Rekorde gebrochen werden?
  • Wir diskutieren zu platt. Stimmt. Plattitüden bringen uns nicht weiter, auch wenn wir die Experten sind für Netz-Journalismus. Allerdings: Die wirklich größten Plattitüden werden meist von den selbsternannten Experten gebracht.
  • Wir sind zu konservativ. Stimmt. Wenn die größte Weiterentwicklung ein Ticker und ein Live-Chat bleiben, sind wir vergleichbar mit einer Zeitung aus dem Jahr 1848.

Als Abschluss seiner Rede meint Plöchinger: „Wir müssen jetzt darüber nachdenken, wie wir das Beste aus Online machen – weil die digitalen Medien unsere größte Chance sind, den Journalismus in die Zukunft zu bringen. Wir sollten nicht auf Verleger, Experten oder irgendwen anders warten. Wir müssen das selbst tun.“

Wäre das schön, wenn das funktionieren würde. Steht auf, Online-Redakteure und setzt eure Ideen um. Wie? Das wird noch zu diskutieren sein. Ich rufe dazu auf.

>>Die gesamte Rede

Günter Felbermayer für die Mediengruppe Online

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1 Kommentar Add your own

  • 1. rolf s.  |  10. Oktober 2012 um 2:37 pm

    das hört sich ja alles gut an. doch keiner kann eine lösung aus der hand schütteln. und die verleger wollen kein geld in die hand nehmen…

    Antwort

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