Archive for September, 2012

Online-Werbekuchen reicht nicht für alle


Scheinbar schlechte Zeiten für klassische Online-Werbung. Das Loch, das durch wegbrechende Einnahmen aus dem analogen Anzeigengeschäft entsteht, kann das Internet nicht füllen. Und hier beginnt der Teufelskreis…

http://www.pressetext.com/news/20120928001

Wien (pte/28.09.2012/06:00) Online-Werbung ist im deutschsprachigen Raum ein Wachstumsmarkt. Besonders in Österreich ist das Feld noch unterentwickelt. Die Medien haben lange Zeit gehofft, dass sich hier eine substanzielle neue Einnahmequelle auftut. Sinkende Preise und übermächtige Konkurrenten haben mittlerweile aber zur Ernüchterung geführt. Das Loch, das durch wegbrechende Einnahmen aus dem analogen Anzeigengeschäft entsteht, kann das Internet nicht füllen. Trotzdem verspricht Online-Werbung bei entsprechender Umsetzung auch für die kommenden Jahre wachsende Profite.

Momentan steht es zumindest um die klassische Online-Werbung eher schlecht. „Die Zeit hatte einen sehr schlechten Sommer. Unsere Homepage lässt sich gut vermitteln, aber die einzelnen Ressorts sind schwieriger. Die Frage ist, ob es sich nur um einen konjunkturellen oder einen strukturellen Einbruch handelt. Insgesamt ist die Entwicklung der Online-Werbung fantastisch, die Erwartungen waren aber von anfang an zu hoch“, sagte Christian Röpke von Der Zeit Online im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung auf den Österreichischen Medientagen http://www.medien-tage.at am Donnerstag in Wien.

Sehr gut verdient nach wie vor der größte Online-Werbevermarkter der Welt, Google. „Wir ziehen keine Werbemittel von den Medien ab. Die Kunden buchen ja mit gutem Grund bei uns“, sagt Markus Kienberger von Google Österreich. Trotzdem leiden die Medienhäuser unter der neuen Konkurrenz. „Datengetriebene Online-Dienste werden immer stärker. Firmen wie Facebook und Google holen mit ihren skalierbaren Modellen immer größere Marktanteile. Journalsimus ist nicht ausschließlich mit Bannerwerbung finanzierbar“, so Eugen Russ vom Vorarlberger Medienhaus.

Mobile Gefahr

Google ist inzwischen aber auch ein wichtiges Werkzeug für Medienunternehmen geworden. „Google ist ein Partner, den wir nicht bekämpfen wollen“, erklärt Klaus Schweighofer vom Styria Verlag. Hoffnung gibt das wachsende Volumen des Online-Werbemarktes. „Wir müssen zusehen, dass wir den Kuchen weiter vergrößern. Die Preise geraten immer stärker unter Druck. Durch neue Trends wie Mobile sinkt auch der potenzielle Umsatz im stationären Online-Bereich. Wenn hier keine Lösung gefunden wird, droht Gefahr“, sagt Röpke.

Ohne ordentliche Einnahmen aus dem Online-Geschäft ist die gewachsene Medienstruktur in Gefahr. „Die mediale Struktur muss erhalten bleiben, das wollen auch die Werbenden. Derzeit schnallen die werbetreibenden Unternehmen ihre Gürtel scheinbar enger, was die Situation nicht verbessert“, merkt Friedrich Stickler von den Österreichischen Lotterien an. Dass die Tausend-Kontakt-Preise (TKP), die Firmen an Medien zahlen, tendenziell sinken, schmälert die Einnahmen der Verlage weiter. „In Österreich versuchen wir zumindest die TKP zu halten, aber die Medien unterbieten uns oft“, so Peter Lammerhuber von GroupM.

Kein Plan

Derzeit ist die Finanzierung von Online-Journalismus noch ein ungelöstes Problem. „Die TKP werden langfristig sinken. Publizistische Einheiten müssen weiterhin gefördert werden, tragen aber auch ihren Anteil zum Staatswesen bei. Paid-Content-Lösungen müssen forciert werden, das geht aber nur mit eigenständigen, hochwertigen Inhalten“, sagt Russ. Die digitlaen Werbeeinnahmen werden weiter wachsen, zulasten anderer Werbeformen. Mit innovativen Konzepten und kundenorientierten Lösungen können die Medienhäuser hier durchaus zusätzliche Einnahmen generieren. Doch genug für alle wird wohl nicht da sein und eine ausschließliche Werbefinanzierung von Medien ist ohnehin ausgeschlossen.

„Es wird eine Konsolidierung auf dem Online-Werbemarkt geben. Neue Einnahmequellen wie Kleinanzeigenportale oder andere Rubrikmärkte können einen wertvollen Beitrag zur Finanzierung von publizistischen Produkten leitsten“, sind sich Röpke und Russ einig.

(Ende)

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30. September 2012 at 12:17 pm Hinterlasse einen Kommentar

Wird aus dem Online-Journalismus Roboter-Journalismus?


Immer öfter wird nachgedacht über automatisch generierte Inhalte. Wie weit kann und darf das gehen? Hier einige Überlegungen dazu vom Social Media Club Austria. 

Sind automatisch generierte Inhalte die Zukunft der Zeitung?

Journalismus wurde in den letzten Jahren dank des Internet zu einer kontroversiellen Thematik. Der Informations-Boom ist nicht mehr so einfach zu bewältigen, man muss rund um die Uhr connected sein. Dafür kann man sich des User Generated Content bedienen und die Nachrichten aus mehreren Quellen überprüfen.

Eines ist klar: Journalismus, wie wir ihn heute kennen, wird es bald nicht mehr geben. Die Schnelligkeit mit der Journalisten agieren müssen wurde durch das Internet akzeleriert, so dass man entweder Redaktionen ausbauen oder Roboter einsetzen muss, um die große Menge an Information rechtzeitig zu bewältigen.

Forbes und Bloomberg haben schon den ersten Schritt in diese Richtung mit Narrative Science und Automated Insights gemacht.

Wenn man wirklich zwischen den Texten eines Computer-Algorithmus und einem Journalisten nicht unterscheiden kann, ist es wahrscheinlich gar keine schlechte Idee, Teile einer Redaktion zu automatisieren. Insbesondere in den Bereichen, wo es eher um Daten- und Zahlenanalyse geht (bspw. Aktien- und Sportberichte).

>>Ganzer Artikel

28. September 2012 at 10:23 pm Hinterlasse einen Kommentar

VÖZ kündigt KV „präventiv“ – was heißt das für Online-Redakteure


Der VÖZ kündigt den Journalisten-KV per Jahresende auf. Manche Online-Journalisten, die in ganz anderen KVs sind, sind der Meinung, das betrifft nur Redakteure, die im alten KV sind. Dem ist aber nicht so: Denn mit der Aufkündigung gibt es keine Chance mehr, den neuen KV umzusetzen, damit ist die Chance auf Gleichstellung zwischen Print und Online dahin, jahrelange Vorbereitung und Verhandlung wird vom VÖZ weggewischt. Und achtung: Beim VÖZ steht wohl kaum  das Wohl der Jungen im Vordergrund.

 

VÖZ kündigt Journalisten-KV präventiv zum Jahresende 2012
Gasser und Bergmann fordern neuen Journalisten-KV bis zum 31. 12. – Appell an Journalistengewerkschaft: „Im Interesse der Jungen gemeinsam an einem Strang ziehen“

Wien (OTS) – Nach reiflichen Überlegungen haben die
Vorstandsmitglieder des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ)
bei ihrer gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, den
Journalisten-Kollektivvertrag mit Jahresende 2012 präventiv zu
kündigen.
„Im Hinblick auf die sich verschlechternden wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und das nahende Ende des vierten Verhandlungsjahres
sieht es der Vorstand des VÖZ als geboten an, die Branche und den
journalistischen Nachwuchs nicht dem Risiko weiterer ergebnislos
verstreichender Verhandlungsjahre auszusetzen“, betonten
VÖZ-Präsident Hans Gasser und Geschäftsführer Gerald Grünberger in
ihrem gemeinsamen Schreiben an die Journalistengewerkschaft.
Gleichzeitig unterstreichen sie, dass der VÖZ nach einer
beiderseitigen Unterzeichnung des neuen Kollektivvertrages vor dem
31. Dezember 2012 die Kündigungserklärung zurückzieht.
Gasser und Grünberger schließen sich der Auffassung der
Journalistengewerkschaft an, die Franz C. Bauer in einer APA-Meldung
vom 11. September artikuliert hat, dass ein Konsens bei den
Verhandlungen bis zum Jahresende möglich sei. „Der Abschluss der weit
vorangeschrittenen Verhandlungen ist uns ein großes Anliegen. Ein
neuer KV ist von essentieller Bedeutung für die Branche.“ Der VÖZ
appelliert daher an die Journalistengewerkschaft „im Interesse der
jungen Journalisten gemeinsam an einem Strang zu ziehen“ und die
Kollektivertragsverhandlungen bis zum Jahresende abzuschließen. „Wir
verbleiben in der Hoffnung, die weit gediehenen, jedoch aus nicht
nachvollziehbaren Gründen äußerst schleppend verlaufenden
Verhandlungen noch im laufenden Verhandlungsjahr zu einem Abschluss
zu bringen“, betonten der VÖZ-Präsident und der Geschäftsführer im
Kündigungsschreiben an die Gewerkschaft.
Zum Hintergrund: Seit 2009 verhandeln Verlegerverband und
Journalistengewerkschaft in 31 Verhandlungsrunden zu je circa sechs
Stunden an einem neuen Kollektivvertrag, der auch für
Onlinejournalisten gelten soll. Dabei wurden bereits weitreichende
Ergebnisse erzielt, wie Arbeitszeitregelungen auf Basis einer
5-Tage-Woche, erhebliche Qualitätsverbesserung bei der
Journalistenausbildung und Neuschaffung einer umfassenden
Sabbatical-Regelung von bis zu einem Jahr. Beim neuen Gehaltsschema
lagen die Vorstellungen der beiden Verhandlungsparteien nur 50 bis
150 Euro auseinander. In der letzten Verhandlung vom 18. Juni wischte
die Gewerkschaft diese mühsam erzielten Kompromisse handstreichartig
vom Tisch und forderte ein komplett anderes und deutlich teureres
Gehaltsschema. Daraufhin brach der VÖZ die Verhandlungen ab, zeigte
sich jedoch weiterhin verhandlungsbereit unter der Bedingung, dass
sich die Gewerkschaft zu den bereits akkordierten Einigungen bekennt.
Nach elf Wochen Funkstille hat die Arbeitnehmerseite zwar am 21.
September neue Terminvorschläge für weitere Verhandlungen im Herbst
übermittelt, die Zusage der Gewerkschaft auf Basis der bestehenden
Kompromisse weiter zu verhandeln, fehlt aber bis heute.
Auf Seiten des VÖZ wurde in der Vorstandssitzung vom 26. September
Standard-Geschäftsführer Wolfgang Bergmann zum neuen
Verhandlungsführer bestellt. Der scheidende Verhandlungsleiter
Hermann Petz unterstützt diesen Schritt der präventiven Kündigung
ausdrücklich, wünscht dem Verhandlungsteam alles Gute und betont:
“Die Kündigung wirkt sich nicht auf bestehende
Angestelltenverhältnisse aus.“ Der KV gilt jedoch ab 1. Jänner 2013
nicht mehr für neu eintretende Journalisten.
„Die Printmedien werden wegen der Umwälzungen in der Branche auch
dann unter großem Druck stehen, wenn sich die Konjunktur verbessert.
Mit der Kostenstruktur des jetzigen Kollektivvertrages, der immer
noch 15 Gehälter hat, ist die Zukunft akut gefährdet. Das kann auch
nicht im Interesse der Mitarbeiter sein. Da wir schon knapp vor einer
Einigung standen, ist das Ziel eines Abschlusses bis Jahresende immer
noch realistisch – wenn beide Seiten wollen, wir wollen jedenfalls!“,
betonte VÖZ-Verhandlungsführer Bergmann abschließend.

27. September 2012 at 10:09 pm Hinterlasse einen Kommentar


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