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US-Verleger planen Online-Angebot gegen Bezahlung

Neuer Anlauf zur Vermarktung von Online-Journalismus, berichtet die dpa:

US-Verleger starten einen neuen Anlauf zur Vermarktung von Online-Journalismus. Bereits vom Herbst an wollen drei Verleger in dem neuen Internet-Portal „Journalism Online“ Artikel und andere Qualitätsprodukte anbieten. Das Portal solle nicht primär über Werbung, sondern über Bezahlung durch Nutzer finanziert werden. Man sei überzeugt, dass die Zeit reif sei für ein „neues Geschäftsmodell“, das eine „effiziente Vermarktung“ von Online- Qualitätsjournalismus erlaube, sagte der Mitgründer der Initiative, Steven Brill.

Neben Brill, Mitbegründer des Spartensenders „Court TV“ und des Fachblatts „American Lawyer“, ist der ehemalige „Wall Street Journal“-Herausgeber Gordon Crovitz bei der Initiative dabei. Hintergrund des neuen Anlaufs sei die Einschätzung, dass durch Werbung allein kein Qualitätscontent in Online-Medien erreichten werden könne, heißt es zur Begründung. Stattdessen setze man auf „paid content“.

Als Kunden seien Verlage weltweit ins Auge gefasst. Vom Herbst an sollen die Online-Inhalte mehrerer Medien bereitgestellt werden. Es seien verschiede Bezahlmodelle geplant, unter anderem eine Bezahlung pro Zeile, aber auch per Jahresabonnement in Höhe von 55 Dollar (42 Euro), heißt es in US-Medien.

„Es ist keine Frage, dass der Journalismus ein neues Geschäftsmodell braucht“, kommentierte der TV-Sender CNBC auf seiner Internet-Seite. Bislang habe allerdings noch niemand eine brauchbare Lösung präsentiert. Allerdings stelle sich die Frage, „ob die Leute bereit sind, für etwas Geld auszugeben, das sie bisher für selbstverständlich gehalten haben“.

2 comments 16. April 2009

US-Portal als Sponsor für Qualitätsjournalismus

Ist der Qualitätsjournalismus nun schon eine aussterbende Spezies, die man schützen muss?

Arianna Huffington stellt den investigativen Journalismus jedenfalls unter Schutz: Huffington selbst kritisierte in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung», dass viele Journalisten es sich zu bequem gemacht hätten: «Wir brauchen aber Redaktionen, die voll sind von aufmerksamen Wachhunden und nicht mit fetten und zufriedenen Schoßhündchen.»

Arianna Huffington, Gründerin der erfolgreichen Netz-Gazette «Huffington Post» legt mit verschiedenen Partnern einen Fonds für investigatives Berichterstatten auf – und will der Medienwelt so gute Texte sponsern.

Die US-amerikanische Online-Zeitung «Huffington Post» investiert in den investigativen Journalismus und unterstützt damit eine der wichtigsten Leistungen der klassischen Printmedien. Das News-Portal legte dafür zusammen mit der Organisation Atlantic Philanthropies und anderen Spendern einen Fonds mit einem Startvolumen 1,32 Millionen Euro auf.

Damit könnten zehn Journalisten finanziert werden, die Beitrage gemeinsam mit freien Mitarbeitern für die «Huffington Post» erstellen sollten, sagte Chefredakteurin Arianna Huffington. Die so entstehenden Artikel können nach ihren Angaben von jeder Publikation oder jeder Website übernommen werden. Am Anfang sollen vor allem Beiträge über die Wirtschaftskrise recherchiert und geschrieben werden.

>>Der ganze Bericht auf netzeitung.de

Und Huffington sagt noch mehr:

„Blogger sind wie Pitbulls“: Die Revolution der neuen Medien führt zur Renaissance des geschriebenen Wortes, behauptet Arianna Huffington

>>Das Interview auf sueddeutsche.de

3 comments 30. März 2009

Die schwedischen Klickhuren

Eine ganz neue Lohnpolitik bei einem Online-Portal in Schweden: Bei der schwedischen Internetzeitung „Nyheter24″ entscheidet die Zahl der Leser darüber, wie viel der Autor an einem Artikel verdient.

Ganzer Artikel auf taz.de

„Unser Lohnsystem soll widerspiegeln, wie tüchtig jemand ist. Wie viele tatsächlich an dem interessiert sind, was der Mitarbeiter produziert.“ So verteidigt Patrik Sandberg, verantwortlicher Herausgeber der Internetzeitung Nyheter24, gegenüber der Zeitung des schwedischen Journalistenverbands, sein neues Entlohnungssystem. Das gründet einfach auf der Zahl der User, die auf die Texte der einzelnen JournalistInnen klicken.

Letztendlich entscheiden also die Leser, wie viel ein Mitarbeiter bei Nyheter24 verdient. Neben einem Grundlohn, der – was man offiziell nicht bestätigen will – bei umgerechnet etwa 1.500 Euro liegen soll, ist dieser „erfolgsabhängige“ Lohnanteil für die MitarbeiterInnen als Anreiz gedacht, darüber zu berichten, „was die Leute interessiert“, so Sandberg: „Das ist ein einfaches Lohnsystem und wir sind ein kommerzielles Produkt.“

In Österreich läuft die Entwicklung hoffentlich in die andere Richtung: Hier will die GPA-djp die Online-Journalisten sobald wie möglich in den Journalistenkollektiv holen. Und bei den ersten Sitzungen zu den Kollektivvertrags-Verhandlungen sind erstmals drei Online-Journalisten im beratenden Gremium der GPA.

Solche Bezahlmodelle höhlen nicht nur die Kollektivvertragsrechte der Online-Journalisten aus, sondern führen auch dazu, dass nur mehr die Reichweite zählt und die journalistische Qualität absolut flöten geht.

Das muss man wohl im Auge behalten.

2 comments 19. März 2009

Wie Google News-Redaktionen ausbeutet

Moneten statt Beta: Google will mit seiner jahrelang als Beta-Test präsentierten Nachrichtenseite jetzt richtig Geld verdienen. Mit vielen Nachrichtenagenturen hat der Suchmaschinen-Gigant Verträge abgeschlossen, die Verlage gehen leer aus – obwohl Google News ohne die Arbeit von Zeitungs- und Online-Redaktionen unmöglich wäre.

>>Der ganze Artikel auf SPIEGEL ONLINE


Wer sortiert Google News? Die Redaktionen der anderen

Jede einzelne Agentur für sich hätte bislang kaum mit den etablierten Medienhäusern konkurrieren können, was die Vielfalt der Information angeht – was die Tiefe angeht, ohnehin nicht. Mit Google News als all-umarmender Übermutter aber lässt sich aus dem Rohstoff Agenturmeldung eine ganz passable Häppchensammlung zusammenzimmern. Mehr nicht – Analysen, Kommentare, Hintergründe, die Herstellung von Zusammenhängen werden auch weiterhin andere Redaktionen leisten. Doch der Wert der Ware Nachricht, so sie nicht exklusiv ist, sinkt derzeit rapide. Nachrichten werden zur „Commodity“ – zu einem Verbrauchsgut wie Wasser oder Strom, nicht zuletzt dank der Häppchensammlung Google News.

Die wird dann aber doch, und das ist aus der Sicht von Nachrichtenredaktionen das perfide, mit Hilfe der Redaktionen zusammengestellt und sortiert: Denn die Gewichtung und Reihung der bei Google News angezeigten Nachrichten wird durch einen Algorithmus erledigt, der auf der Auswertung großer Nachrichtenseiten basiert. Was bei vielen ganz oben steht, was bei den Wichtigen oben steht, muss wohl wichtig sein, und landet deshalb auch bei Google News am Seitenanfang. Was, das nur nebenbei, auch dazu führt, dass das wirklich Exklusive, das wirklich Originelle bei Google News kaum eine Chance hat.

Die Agenturen, die das Rohmaterial für die maschinengenerierte Nachrichtenseite liefern, werden nun also entlohnt, über Verträge mit den Suchmaschinisten. Die Redaktionen aber, die aus dem Rohmaterial Nachrichtenangebote machen, die sichten, sortieren, gewichten und einordnen, liefern ihre Arbeitsleistung unfreiwillig und kostenlos ab – redaktionelles Crowdsourcing könnte man das nennen. Sie instruieren den Algorithmus, der ihnen Leser und Anzeigenerlöse stehlen soll, und können sich nicht dagegen wehren.

Doch ohne sie wäre Google News für den Endverbraucher ebenso nutzlos wie das tägliche Chaos eines Agenturtickers.

In welche Richtung wird sich das sogenannte redaktionelle Crowdsourcing entwickeln? Im Endeffekt sind durch die Einbindung von Agenturen in Google News auch Arbeitsplätze in Online-Redaktionen gefährdet, wenn Google News nun Geld verdienen will. Und damit kleine Online-Redaktionen bedrohen könnte. Oder führt das in die andere Richtung? Mehr Eigenproduktionen statt Agenturmaterial…

2 comments 18. März 2009

Seminar: Slideshows als journalistische Form

Äußerst interessant, welche Seminare in Deutschland angeboten werden.

Hier ein „Netz-Fundstück“ der Akademie für Publizistik in Hamburg:

Slideshows als journalistische Form

mit Kai Voigtländer, Akademie für Publizistik

Auf amerikanischen Webseiten sieht man Slideshows schon recht häufig: bewegte Bildstrecken, mit O-Tönen oder Atmo unterlegt. Der amerikanische Fotograf Joe Weiss hat ein einfaches Programm entwickelt, mit dem Journalisten Fotos animieren und mit Tönen unterlegen können: Soundslides. Damit erstellen die Teilnehmer eigene Slideshows und lernen dabei die Grundregeln der Tonbearbeitung. Außerdem analysieren wir Beispiele auf ihr erzählerisches Potential und ihre journalistischen Möglichkeiten hin. Die Teilnehmer lernen, wie sie Schützenfeste, Taubenzüchtertreffen und andere lokal, regional oder global bedeutsame Ereignisse in einer attraktiven und netztauglichen Form neu erzählen können.

Man beachte den von mir hervorgehobenen Satz. Das Seminar zielt auf regionale Plattformen ab. Auch für die großen Verlage werden Zusammenschlüsse von lokalen Medien immer wichtiger. Und damit auch deren Internet-Auftritte. Hier stellt sich die Frage: Werden die Lokal-Redakteure immer mehr zu Online-Journalisten und lernen Sie das Handwerk des Netz-Publishing, der Produktion von Texten und Bildern in internetgerechter Form? Entstehen im Lokaljournalismus die ersten Cross-Media-Journalisten?

Günter Felbermayer für mediengruppeonline.at

1 comment 12. März 2009

Dramatisches Gezwitscher

Der Kurznachrichtendienst Twitter wird immer öfters als Newsfeed „missbraucht“. Oder positiver formuliert: Die deutschen Onlinemedien nehmen Twitter zunehmend ernst. Zum Amoklauf in der Nähe von Stuttgart berichteten die großen Online-Portale fast im Minutentakt.

Ein neues Betätigungsfeld für den Online-Journalismus? Oder nur ein neues technisches Feature, das die Intention dieser Plattform untergräbt…

Add comment 11. März 2009

Ausbildung zum Online-Redakteur

Wien (OTS) – Die Ausbildung zum Online-Redakteur startet nun auch in Wien. Nach dem erfolgreichen Pilotlehrgang am BFI Salzburg beginnt die berufsbegleitende Ausbildung für Web-Autoren am 24. April 2009 in der Bundeshauptstadt. Am 16. März 2009 findet ein kostenloser Info-Abend im BFI Wien statt (Alfred-Dallinger-Platz 1, 1034 Wien, U3 Schlachthausgasse).

Das Internet ist aus der modernen Unternehmenskommunikation nicht mehr wegzudenken. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Online-Redakteur zu, der für die Erstellung und Verwaltung der Inhalte zuständig ist. Der Lehrgang vermittelt alle wesentlichen Aspekte der digitalen Produktion für das WWW: von der Text- und Bildbearbeitung und der Einbindung von Audio- und Videobeiträgen bis hin zu den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Grundlagen im Online-Marketing.

Der berufsbegleitende Lehrgang ist eine Kooperation der Online-Redaktion WEBWORKS und dem BFI Wien. Die Ausbildung findet in sechs Modulen zu je zwei Tagen (Freitag und Samstag) zwischen 24. April und 27. Juni 2009 statt. Die Kosten betragen 1.750 Euro inkl. Unterlagen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.onlineredakteur.at.

Rückfragehinweis:

DSA Doris Vasak
d.vasak@bfi-wien.or.at

Add comment 22. Januar 2009

Umfrage zu Arbeitsbedingungen in Online-Redaktionen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp und die Mediengruppe Online bitten um eure Mithilfe. Große Umfrage zu Arbeitsbedingungen in Online-Redaktionen!

Einige von euch kennen die Mediengruppe Online schon: Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Bedingungen und Akzeptanz für Online-JournalistInnen zu verbessern – egal, ob in klassischen Medienbetrieben oder in freien Unternehmen.Um gesicherte Daten über Online-Journalistinnen und Online-Journalisten zu erhalten brauchen wir Infos von euch, etwa zu Arbeitsbedingungen in Onlineredaktionen, Bezahlung, konkrete Arbeit, die Anbindung an andere Redaktionen usw.

Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp hat gemeinsam mit der Mediengruppe Online einen Fragebogen entwickelt, den wir euch hiermit bitten, auszufüllen – online auf
www.journalistengewerkschaft.at

Sämtliche Angaben sind anonym, was euch aber nicht davon abhalten sollte, auch wahrheitsgemäß zu antworten – denn nur wenn wir wissen, wie die aktuelle Situation bei euch ist, können wir auch entsprechend handeln!

Nehmt euch also ein wenig Zeit (ca. 20 Minuten), eure Dienstzettel und Verträge (sofern vorhanden) zur Hand und füllt den Fragebogen aus.
Und vermailt bitte den Link zum Fragebogen an alle Online-Redaktionen, -Journalisten und Journalistinnen, …

Die Befragung läuft online bis Ende Jänner, im Anschluss folgt eine Auswertung, über die wir natürlich berichten und mit der wir entsprechende nächste Schritte setzen werden.

Liebe Grüße und Spread the word!

Mediengruppe Online in Kooperation mit der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp

>>ZUR UMFRAGE

1 comment 10. Dezember 2008

Mediengruppe Online Treffen 5.0

Liebe Onliner und Onlinerinnen, Schwestern im Herzen, Brüder im Geiste

Zum insgesamt fünften Mal möchten wir Euch  zum Treffen der Mediengruppe Online einladen – zu einem netten Abend zwischen Erfahrungsaustausch, Vernetzung, Fachsimpeln und Smalltalk.

WANN?

Dienstag, 2. Dezember 2008 ab 19 Uhr

WO?

USW. (http://lokaltipp.at/lokale/homepage_9_2 ), Extrazimmer, Laudongasse 10, 1080 Wien

Für Speisen und Getränke wird vom USW-Team gesorgt.

ANMELDUNG?

Für eine perfekte Organisation der Veranstaltung bittet die Mediengruppe Online, sich anzumelden: Einfach ein Mail mit Betreff „JA“ und deinen Namen und Medium an info@mediengruppeonline.at

PROGRAMM?

Neben dem informellen Austausch unserer Erfahrungen im Online-Journalismus gibt es diesmal auch kleine aber feine Programm-Schwerpunkte:

  • Vorstellung der in Kürze startenden Online-Befragung der GPA über die Arbeitsbedingungen der Online-Journalisten in Österreich
  • Kurzvorstellung der Aktivitäten und Forderungen der Mediengruppe Online
  • Beratungsschwerpunkt bei Fragen zu Kollektivvertrag, Anstellungen usw.

RAHMENPROGRAMM?

Die Mediengruppe Online bittet zum Tanz:

dee jay i.me.nenz

Musik von A(rcade Fire) über N(eigungsgruppe Sex, Gewalt und Gute Laune) bis Z(ZTop).

FunkyShitDanceHallClassixxxL

Vee Jay Light My Fire

Die Einladung ergeht auch per E-Mail an RedakteurInnen von derstandard.at, DiePresse.com,
ORF.at, kurier.at, krone.at, news.at, kleine.at, oe24.at, netdoctor.at, APA Multimedia, wienerzeitung.at

E-Mail-Liste leider unvollständig, daher: Bitte auch an KollegInnen – auch von anderen Online-Medien, weiterleiten.

Wir freuen uns!

Günter, Lukas, Najdja, Lisa für die Mediengruppe Online.

Add comment 26. November 2008

Der Umgang mit den Usern

Im Print werden sie gemeinhin als Leserinnen und Leser tituliert, außer lesen und vielleicht Leserbriefschreiben dürfen sie da nicht viel. Der user generated content ist aber auch nicht das, was er einmal sein wollte und sollte. Meint auch Stefan Niggemeier in der FAS.

Add comment 17. März 2008

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