Posts filed under 'Diskussion'

Der Präsident beim Medientreffen

Zirka 20 junge Online- und APA-Journalisten waren beim 6. Mediengruppe Online Treffen dabei. Diesesmal dabei war der Präsident der Journalistengewerkschaft, Franz C. Bauer. In seinen einführenden Worten hat er darauf hingewiesen, dass es derzeit KV-Verhandlungen für den Tageszeitungs-Kollektiv-Vertrag gibt – und hier steht die Gewerkschaft geschlossen dahinter, dass die Online-Journalisten darin verankert werden. Bauer gab offen zu, dass die Gewerkschaft den Bereich Online-Journalismus in der Vergangenheit etwas „stiefmütterlich“ behandelt hat  – und gelobte Besserung.

In der Diskussion mit Bauer wurde er dann mit den Wünschen, Anliegen und Beschwerden der Online-Journalisten konfrontiert. Und hier schwang teilweise auch scharfe Kritik mit – wieso hat es die Gewerkschaft zugelassen, dass in den letzten Jahren Kollektivvertragsflucht stattgefunden hat bzw. dass viele von einer Anstellung und einer adäquaten Abgeltung ihrer Arbeit nur träumen können. Geteilte Meinungen gab es auch zum Vorschlag Bauers, „Kampfmaßnahmen“ einzuleiten, sollte sich das VÖZ bei den KV-Verhandlungen nicht bewegen: Der Hinweis, dass viele „Onliner“ erst wenige Jahre oder gar Monate bei einem Medium tätig sind und daher kaum zu solchen Maßnahmen überredet werden können, stand im Raum.

Bleibt die Frage, was jeder einzelne Online-Journalist machen kann, um in Zukunft mit den Redakteuren von anderen Medienformen auf gleicher Augenhöhe zu sein – sei es von der Anerkennung als auch von der KV-Zuordnung als auch von der finanziellen Abgeltung her.

Hier will die Mediengruppe Online ein Forum schaffen, es wird weitere Treffen geben, es wird auch weiterhin Kontakt zur GPA-djp geben. Allerdings hat schon die eher geringe Teilnehmerzahl bei diesem Treffen gezeigt, dass sich viele etwas von der Gewerkschaft abgrenzen wollen. Meiner Meinung nach sollten wir das Instrumentarum der Gewerkschaft nutzen, ohne eine Umarmungs-Taktik. Jeder von Euch ist aufgefordert, für unsere Forderungen einzustehen, diese aber auch kritisch zu interfragen und mit uns weiterzudiskutieren. Dazu wird es in Zukunft auch weitere Treffen geben, um uns zu koordinieren.

Günter Felbermayer für die Mediengruppe Online


Add comment 26. November 2009

„Google News erhöht Wert der Seiten“

Die Süddeutsche Zeitung stellte in ihrem Magazin die Frage „Wozu Zeitung?“.  Auf derstandard.at gabs dazu einen SZ-Gastbeitrag, ein Interview mit Medienprofessor Jeff Jarvis:

„Wozu Zeitung?“ fragt das SZ-Magazin und bringt von „A wie Auflage“ bis „Z wie Zwanzigjährige“ Beiträge über den Umbruch der Branche. Für den Beitrag „G wie Google“ hat das Magazin der Süddeutschen Zeitung Medienprofessor Jeff Jarvis (buzzmachine.com) befragt. „Jedes Zeitungshaus sollte sich einen Termin setzen, zu dem es seine Druckerpressen abstellt“, sagt der Autor des Buches „Was würde Google tun?“ im Interview mit Rainer Stadler. „Google News lenkt Leser zu den Seiten der Nachrichtenanbieter. Damit erhöht Google, wie auch jeder Blogger, den Wert dieser Seiten“, so Jarvis. Es sei an den Verlagen, „aus dem Publikumsverkehr endlich Kapital zu schlagen.“

***

SZ-Magazin: Was bedeutet Google für den Journalismus?

Jeff Jarvis: Nicht nur Google, das ganze Internet verändert den Journalismus. Druckerpressen zu besitzen ist heute ein Nachteil, weil es viel Geld kostet, Zeitungen zu drucken. In der neuen, digitalen Welt lassen sich Nachrichten billiger verbreiten und auch permanent korrigieren und aktualisieren. Sie können auf verschiedene Art präsentiert werden – als Video, Text oder als Audiodatei. Die Zukunft liegt zweifellos jenseits der Druckerpresse.

SZ-Magazin: Aber in der Gegenwart machen die deutschen Verlage den meisten Umsatz immer noch mit ihren Zeitungen und nicht mit ihren Onlineportalen.

Jarvis: Der deutsche Markt ist wohl nicht so einfach mit dem amerikanischen zu vergleichen. Dennoch sollten die Blätter, die in den USA gerade reihenweise sterben, Warnung genug sein für die deutschen Verleger. Ich gehe sogar so weit zu sagen: Jedes Zeitungshaus sollte sich einen Termin setzen, zu dem es seine Druckerpressen abstellt. Nicht weil ich gegen Printprodukte wäre, sondern weil es die Verantwortlichen zum Nachdenken zwingt: Worin besteht der eigentliche Mehrwert der Arbeit von Journalisten? Wie lässt sich dieser Mehrwert auf das Internet übertragen? Welche Leute brauche ich für diese Arbeit? Wie finde ich Anzeigenkunden, die den nötigen Umsatz generieren? Alles Fragen, die sehr schwer zu beantworten sind. Deshalb sollten die deutschen Zeitungen nicht so lange warten, bis sie sich in einer ähnlich verzweifelten Lage wiederfinden wie etwa das Traditionsblatt Boston Globe. Dann ist es nämlich zu spät.

SZ-Magazin: Sollten Medienhäuser nicht umgekehrt alles versuchen, um ihre Blätter am Leben zu erhalten, schon allein wegen ihrer Bedeutung für die Demokratie?

Jarvis: Nicht die Zeitungen sind wichtig für die Demokratie, der Journalismus ist es. Leider wollen das einige Leute nicht zur Kenntnis nehmen und nur ihre Besitzstände verteidigen. Das sieht man auch an den Versuchen, die Leser im Internet zur Kasse zu bitten. Altes Denken: einen Artikel zu veröffentlichen und dann Geld zu verlangen, wie schon bei der gedruckten Zeitung. Diese Rechnung wird aber im Internet nicht aufgehen.

(mehr…)

Add comment 12. Mai 2009


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