Klimakiller Qualitätsjournalismus
18. November 2007
Die Alten Medien haben es auch nicht leicht. Sie sind ständig bedroht, vor allem wirtschaftlich: Während der Anzeigenmarkt in den USA im ersten Halbjahr 07 gegenüber dem Vorjahr geschrumpft ist, gab es Online ein Plus von 17 Prozent, die News-Kompetenz wandert langsam, aber sicher ins Netz, wie eine Uni-Harvard-Studie vor kurzem zeigte.
Als Lösung wird allerorts, nein vielerorts, “Qualitätsjournalismus” geschrien. FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher hat in seiner mittlerweile notorischen und in Österreich erstaunlich wenig rezipierten Rede zur Verleihung des Jacob-Grimm-Preises festgehalten, dass es dabei ohne das Abholzen von Bäumen nicht geht. (…)
Während das Internet v.a. für “halbseidene Nachrichten” gut sei, geben seiner Ansicht nach einzig Tageszeitungen wenigstens für 24 Stunden intellektuellen Halt in unserer hektisch-vernetzten Welt.
Dass dies nicht nur klimatechnisch unsensibel ist (Stichwort “CO2-Senke”), sondern auch ansonsten wenig plausibel, dafür wurde Schirrmacher schon zurecht kritisiert, , sowohl von den “Mainstream-Medien-Konkurrenten” (wie in Spiegel Online), als auch von der anderen Seite (hier ein Überblick). Fazit: Sogar Content kann qualitätsjournalistischen Inhalt haben, solange er nicht nur gemanagt wird (was lustigerweise auch Gernot Kamper von Stern.de am Ende des Interviews aufgefallen ist).
Lukas Wieselberg für Mediengruppe Online
Trackback this post | Subscribe to the comments via RSS Feed