Protokoll: Treffen vom 11.10.07

25. Oktober 2007

Protokoll: 11.10.07 – Treffen der “Mediengruppe Online”, wie wir eine Anregung Günters aufgreifend heißen

Anwesend: Günter Felbermayer (Presse), Lisa Mayr (Netdoktor), Gregor Hochrieser (APA), Lukas Wieselberg (ORF)

Es besteht Unklarheit, was die Kategorie “Reporter, Online-Mitarbeiter, Fotografen” im Kollektivvertrag für Tages- und Wochenzeitungen bedeutet – in jedem Fall befindet sich die Kategorie finanziell zwischen “Redakteursaspiranten” und “Redakteuren”.

Wir haben eine Liste von Wünschen, Fragen und Forderungen aufgestellt, die sicher noch nicht vollständig ist:

· Kollektivvertragliche Gleichstellung mit anderen Redakteuren und Redakteurinnen (viele fallen bisher unter z.B. Marketing-KV)

· Anstellung statt freie Mitarbeit

· Vollzeit statt Teilzeit

· Klärung des Begriffs “Online-Journalist” – die vom Medienhaus getroffene Definition (siehe unten) reicht nicht aus, viele Kollegen sitzen nicht in traditionellen Medienhäusern, arbeiten aber journalistisch (z.b. Sport1.at, Netdoktor, Wienweb, Vienna Online; dazu Existenz von Graubereichen: z.b. chilli.cc, fm5) -> Begriff des Medienunternehmens erweitern oder anpassen an Online-Gegebenheiten

· Auch freie Mitarbeiter sollten Anrecht auf Wahl des Betriebsrats haben

· Ausgliederung von Online-Bereichen hat zwar flachere Hierarchien gebracht, dadurch aber auch weniger Aufstiegsmöglichkeiten; die dadurch entstandene Kultur der Kumpelhaftigkeit führt oft zu dem Phänomen “Almosen statt Rechte” (z.B. in Form von Prämien)

Ich hab zur Aufklärung, wer wir Online-Journalisten und –Journalistinnen sind, aus dem empfehlenswerten neuen Buch “Der Journalisten-Report” (http://www.medienhaus-wien.at/cgi-bin/page.pl?cid=3) ein paar Daten zusammengefasst:

· Nur vier Prozent aller 7.100 hauptberuflichen Journalisten des Landes arbeiten im Online-Bereich (=250 Menschen)
· 57 Prozent davon sind männlich (weniger als im Durchschnitt)
· Durchschnittsalter beträgt 35 Jahre (jünger als Durchschnitt)
· 38 Prozent sind Akademiker (mehr als Durchschnitt)
· 77 Prozent sind angestellt
· 40 Prozent arbeiten Teilzeit (mehr als Durchschnitt)

Bei der Auswertung nicht dabei waren etwa News-Redakteure von Telekom-Unternehmen, sondern ausschließlich Online-Redaktionen traditioneller Medienunternehmen.

Weitere zentrale Aussage:
· Bis jetzt gibt es viel weniger Medien-Konvergenz und Crossmedia als oft angekündigt
· Zwei Drittel aller österr. Journalisten arbeiten im Printbereich
To do Liste:

Einrichtung eines Kommunikationsblogs, durch Günter schon passiert: http://mediengruppeonline.wordpress.com/

Aufforderung an alle, Interessierte und Gleichgesinnte in anderen Medien anzusprechen

Gespräch mit Franz Bauer von der Gewerkschaft führen, dabei Übergabe einer Wunschliste

Treffen in größerer Runde organisieren

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