Kollektivvertrag – Online-Redakteure in die erste Reihe
Onliner fordern die Gleichstellung mit Print-Redakteuren, aber Bestandsverträge verhindern Neuanstellungen
Online-Journalisten werden noch immer als Journalisten zweiter Klasse gesehen, beschreibt Günter Felbermayer, Chef vom Dienst (Online) bei der Presse Digital und einer der Initiatoren der Mediengruppe Online die aktuelle Situation in Sachen KV-Reform. Zwar könne er über den aktuellen Verhandlungsstand nichts sagen, aber „bisher war einer der Knackpunkte, in welcher Form Online-Journalisten und Freie in den KV eingebunden werden sollen“. Hier wurden einige Modelle besprochen: von der Einführung einer Kategorie eines „technischen Redakteurs“ bis zu einer vollkommenen Gleichstellung. Er hoffe jedenfalls, dass die Deklassierung der Online-Journalisten durch eine Integration in den neuen Journalisten-KV aufgehoben wird: „Das ist ganz wichtig für das Selbstverständnis von Online-Redakteuren. Noch wichtiger ist der neue KV für Kollegen, die entweder gar nicht angestellt werden oder mit Phantasie-Verträgen, die absolut nicht dem Marktwert entsprechen.“
Auf welches KV-Modell man sich auch immer einigt, eine Gleichstellung von Online- und Printredakteuren steht für Felbermayer ganz oben auf der Tagesordnung: „Durch die Entwicklungen in der Medienlandschaft in den letzten Jahren spielt es keine Rolle mehr, auf welcher Plattform man seine Geschichten veröffentlicht.“
Vereinfachtes Arbeiten. Optimistisch gibt sich auch Standard.at-Geschäftsführerin Gerlinde Hinterleitner: „Problematisch war und ist, dass es für das junge, sich noch entwickelnde Medium keinen adäquaten KV gibt und gegeben hat. Es gab, auch von Seiten der Gewerkschaft, schon vor Jahren Versuche, einen Medien-KV zu installieren. Das ist leider gescheitert. Ich denke, der jetzige Versuch wird erfolgreicher sein.“ Kurier.at-Geschäftsführer Ronald Schwärzler setzt ebenfalls große Stücke auf ein vereinfachtes Arbeiten mit einem neuen KV: „Kooperatives Arbeiten an Produkten einer Medienmarke ist durch bisher unterschiedliche (kollektiv-) vertragliche Grundlagen nicht immer einfach. Durch einen gemeinsamen Kollektivvertrag erwarte ich mir für das Unternehmen und alle Mitarbeiter noch bessere, durchgängige Möglichkeiten, um für all unsere Medien wirken zu können.“ Insgesamt erwartet sich Schwärzler damit auch in Zukunft die Gewährleistung „hoher journalistischer Qualität“.
Skeptisch bei Reformen. Österreich-Boss Oliver Voigt, nach Eigendefinition „gewohnt optimistisch“, zeigt sich eher skeptisch, was ein rasches Vorankommen von Reformbestrebungen betrifft: „Wenn ich mir ähnliche Vorhaben hierzulande ansehe, bin ich nicht so optimistisch.“ Er glaubt, dass die Online-Kollegen „vorsichtig sein müssen, dass sie mit einem gemeinsamen KV mit den Print-Redakteuren nicht verlieren“. Er bezieht sich dabei auf die „Bestandsgarantieverträge langjähriger Journalisten“: „Diese Altverträge sind der Verhinderungsgrund für Neuanstellung junger Kollegen.“
(Artikel von Erika Hofbauer, erschienen im Medienmanager)
9. August 2011 at 4:42 pm eminenz Hinterlasse einen Kommentar
Jobs, Jobs, Jobs
Aktuelle Job-Ausschreibungen (KW 29/2011), zusammengetragen von @rupprECHT : http://rupprecht.posterous.com/61638576
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DiePresse.com sucht einen Online-Redakteur (m/w) für den Channel Schaufenster
8. August 2011 at 5:30 pm eminenz Hinterlasse einen Kommentar
Besser Online 2010
Zwischen Paid Content und Gratiskultur – wer zahlt für Journalismus im Netz?
Zur Tagung Besser Online 2010 des DJV am Samstag, 9. Oktober, ab 9.30 Uhr im Bayerischen Rundfunk in München sind alle interessierten Journalisten herzlich eingeladen.
Natürlich auch interessant für Online-Journalisten.
Was wird geboten?
Vorträge und Podiumsdiskussionen z.b. mit Jochen Wegner, Chefredakteuer Focus Online.
Themen:
Web 2.0.2: Erfolg im Netz – Von A-Bloggern und Alpha-Journalisten lernen
Crossmedia 2: Wie die Redaktionen großer Medienunternehmen crossmedial arbeiten
und vieles mehr
Genauere Infos und Anmeldung hier.
9. September 2010 at 3:08 pm eminenz Hinterlasse einen Kommentar
Der neue VÖZ-Präsident zu den KV-Verhandlungen
Ein neuer VÖZ-Präsident ist gewählt, gegenüber der APA hat er sich auch zu den KV-Verhandlungen geäußert:
Die nach wie vor laufenden Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag will der neu gewählte Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ), Hans Gasser, nicht an einen konkreten Monatstermin knüpfen, aber auch nicht „als Never Ending Story“ verhandeln. „Das Thema ist zu wichtig. Man muss mit aller Kraft verhandeln.“ Gasser pocht jedoch auf ein Entgegenkommen der Gewerkschaftsseite: „Entweder es wird erfolglos abgebrochen, dann haben wir den Status quo, oder wir haben ein Ergebnis, dass den Medienunternehmen nichts nutzt. Dann werden wir nicht verhindern, dass die Medienunternehmen je nach ihrer Strategie eigene Wege gehen. Das passiert ja auch jetzt schon.“ Für die VÖZ-Mitglieder gebe es jedenfalls „keine Verpflichtung, für das Mitglied, zwingend diesen Kollektivvertrag anzuwenden. Wenn man Rahmenbedingungen schafft, die einen anderen Kollektivvertrag genauso geeignet erscheinen lassen, dann kann man das machen.
Wir wollen hier nochmals darauf hinweisen, dass das Verhandlungsteam der Gewerkschaft versucht, bei diesen Verhandlungen auch die Online-Redakteure in den Tageszeitungs-KV hineinzuholen.
Doch was macht der neue Präsident des VÖZ? Er schlägt seinen Mitgliedern praktisch vor, ein vom Verband ausgehandeltes Vertragswerk einfach nicht umzusetzen. Ist das die Selbstaufgabe des VÖZ? Wie soll es hier zu einer konkreten Verhandlungsbasis kommen?
Leider kommt hier ein ganz schlechtes Signal: Schon jetzt sind die meisten Online-Redakteure Österreichs zu vollkommen irrelevanten Kollektivverträgen angestellt. Der VÖZ will diesen Zustand scheinbar auch nach den neuen Verhandlungen so fortsetzen. Es sind alle aufgerufen, dagegen zu protestieren!
18. Juni 2010 at 9:57 pm eminenz Hinterlasse einen Kommentar
Zeitungs-KV: Online-Redakteure müssen dabei sein!
Zeitungs-KV – Gewerkschaft: Abschluss vor Sommer unwahrscheinlich
Wien – Die Verhandlungen für den Kollektivvertrag der Tages- und Wochenzeitungsjournalisten werden wohl nicht vor dem Sommer zu Ende gehen: Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer bezeichnete dies am Montag gegenüber der APA als unwahrscheinlich. Allerdings wolle man vor dem Sommer eine „grundsätzliche Einigung“ mit den Verlegern erzielen, sagte er. Der Verhandler auf Verlegerseite, Moser-Holding Vorstand Hermann Petz, wollte öffentlich nicht zu Details Stellung nehmen.
Bauer formulierte zwei zentrale Forderungen der Gewerkschaft: Die KV müsse für alle – also auch Online-Redakteure – gelten und für die Einhaltung soll ein Kontrollmechanismus geschaffen werden. Denkbar wäre für Bauer etwa die Schaffung eines Schiedsgerichts, das auch von Betriebsräten oder Sozialpartnern angerufen werden kann, damit nicht die Klage auf den Schultern der einzelnen Redakteure lasten bleibt. „Aus Angst um den Job verzichten viele auf die Durchsetzung der ihnen zustehenden Rechte“, kritisierte der Gewerkschafter.
Mit dem Kontrollmechanismus solle einer kollektiven Vertragsflucht durch Auslagerungen oder aber auch individuellen Umgehungen wie die Beschäftigung freier Mitarbeiter, die der Gewerkschaft ebenfalls ein Dorn im Auge sind, ausgeschlossen werden. So solle auch sichergestellt werden, dass für den Bereich „Online“, der im geltenden KV schon enthalten wäre, auch tatsächlich der neue Vertrag zur Anwendung kommt, sagte Bauer. Darüber, wie ein Kontrollmechanismus ausgestaltet werden könnte, würden die Rechtsvertreter des Verbandes Österreichischer Zeitungsherausgeber (VÖZ) und der Gewerkschaft beraten.
Die Gewerkschaft wird ihre Verhandlungsposition bei einer Klausur am 14. Juni vertiefend ausarbeiten. In Folge sollen auch Betriebsräte involviert werden.
Hermann Petz, der für den VÖZ am Verhandlungstisch sitzt, wollte zu den Forderungen im Detail keine Stellung nehmen. „Es hat ein Zwölf-Augen-Gespräch stattgefunden, bei dem die Positionen klargelegt wurden. Der Ball liegt derzeit bei der Gewerkschaft“, sagte Petz zur APA.
Journalisten-KV: Die Online-Integration
Die Verhandlungen für den neuen Journalisten-Kollektivvertrag gehen weiter. Fix ist bisher: Auch Online-Journalisten werden in den Geltungsbereich fallen – und zwar nicht wie bisher als „totes Recht“. Wie die Tarife aussehen werden, steht noch in den journalistischen Sternen, für Definitionen des Online-Journalismus und Überarbeitungen des derzeit geltenden Kollektivvertrags werden wir aber die Hilfe von euch brauchen. Dazu wird in Bälde ein Treffen einberufen – mehr dazu bald!
Journalisten-KV: Verleger legten Tarifvorschlag vor
Petz: Verhandlungen liegen „gut in der Zeit“ – Gewerkschaft wird Klausur abhalten
Wien (APA) – Bei den Verhandlungen über den Kollektivvertrag für Tageszeitungsjournalisten haben die Verleger am Donnerstag einen konkreten Vorschlag zu den Tarifen vorgelegt. Das sagte der Verhandlungsführer des Verbandes Österreichischer Tageszeitungen (VÖZ), Hermann Petz, zur APA. Man habe ein konkretes Modell vorgelegt und erläutert. Am 9. Februar werde darüber weiter diskutiert. Aus Sicht von Petz, der sich ein Ergebnis bis April wünscht, liegen die Verhandlungen „noch gut in der Zeit“, wie er sagte.
Laut Journalistengewerkschafter Franz C. Bauer wurde vor allem darüber diskutiert, für wen der neue KV gelten soll. Details zum Geltungsbereich würden jetzt von Juristen ausgearbeitet, sagte er zur APA. Über Tarife „wurde von unserer Seite nichts vorgelegt“, betonte Bauer. Die Gewerkschaft wird sich des Themas Kollektivvertrag bei einer Klausur am 1. Februar annehmen.
14. Januar 2010 at 11:44 pm eminenz Hinterlasse einen Kommentar
Der Präsident beim Medientreffen
Zirka 20 junge Online- und APA-Journalisten waren beim 6. Mediengruppe Online Treffen dabei. Diesesmal dabei war der Präsident der Journalistengewerkschaft, Franz C. Bauer. In seinen einführenden Worten hat er darauf hingewiesen, dass es derzeit KV-Verhandlungen für den Tageszeitungs-Kollektiv-Vertrag gibt – und hier steht die Gewerkschaft geschlossen dahinter, dass die Online-Journalisten darin verankert werden. Bauer gab offen zu, dass die Gewerkschaft den Bereich Online-Journalismus in der Vergangenheit etwas „stiefmütterlich“ behandelt hat – und gelobte Besserung.
In der Diskussion mit Bauer wurde er dann mit den Wünschen, Anliegen und Beschwerden der Online-Journalisten konfrontiert. Und hier schwang teilweise auch scharfe Kritik mit – wieso hat es die Gewerkschaft zugelassen, dass in den letzten Jahren Kollektivvertragsflucht stattgefunden hat bzw. dass viele von einer Anstellung und einer adäquaten Abgeltung ihrer Arbeit nur träumen können. Geteilte Meinungen gab es auch zum Vorschlag Bauers, „Kampfmaßnahmen“ einzuleiten, sollte sich das VÖZ bei den KV-Verhandlungen nicht bewegen: Der Hinweis, dass viele „Onliner“ erst wenige Jahre oder gar Monate bei einem Medium tätig sind und daher kaum zu solchen Maßnahmen überredet werden können, stand im Raum.
Bleibt die Frage, was jeder einzelne Online-Journalist machen kann, um in Zukunft mit den Redakteuren von anderen Medienformen auf gleicher Augenhöhe zu sein – sei es von der Anerkennung als auch von der KV-Zuordnung als auch von der finanziellen Abgeltung her.
Hier will die Mediengruppe Online ein Forum schaffen, es wird weitere Treffen geben, es wird auch weiterhin Kontakt zur GPA-djp geben. Allerdings hat schon die eher geringe Teilnehmerzahl bei diesem Treffen gezeigt, dass sich viele etwas von der Gewerkschaft abgrenzen wollen. Meiner Meinung nach sollten wir das Instrumentarum der Gewerkschaft nutzen, ohne eine Umarmungs-Taktik. Jeder von Euch ist aufgefordert, für unsere Forderungen einzustehen, diese aber auch kritisch zu interfragen und mit uns weiterzudiskutieren. Dazu wird es in Zukunft auch weitere Treffen geben, um uns zu koordinieren.
Günter Felbermayer für die Mediengruppe Online
26. November 2009 at 4:38 pm eminenz Hinterlasse einen Kommentar
Mediengruppe Online Treffen 6.0
Zum insgesamt sechsten Mal möchten wir Euch zum Treffen der Mediengruppe Online einladen – zu einem netten Abend zwischen Erfahrungsaustausch, Vernetzung, Fachsimpeln und Smalltalk – aber nicht nur:
Diesmal freuen wir uns, dass Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp, mit uns diskutieren wird.
Er wird uns informieren über die laufenden KV-Verhandlungen und die Bestrebungen der „Hineinnahme“ der „Onliner“ in den Journalisten-KV – und er wird sich allen Fragen von Euch stellen.
WANN?
Mittwoch, 25. November 2009, ab 19 Uhr
WO?
7*stern. (http://www.7stern.net/), Veranstaltungssaal, Siebensterngasse 31, 1070 Wien (NICHT zu verwecheln mit dem 7sternBräu!)
ANMELDUNG?
Für eine perfekte Organisation der Veranstaltung bittet die Mediengruppe Online, sich anzumelden: Einfach ein Mail mit Betreff „JA“ und deinen Namen und Medium an info@mediengruppeonline.at
RAHMENPROGRAMM?
Gemütliches Zusammensitzen und Gedankenaustausch bei Tanzmusik nach der Diskussion mit Franz C. Bauer
Wir freuen uns!
Die Mediengruppe Online
Das war das fünfte Medientreffen
Die Umfrage zum Online-Journalismus in Österreich
Online-Journalisten bleiben Thema bei KV-Verhandlungen
Wie verändert sich der Journalismus? Interview mit Franz C. Bauer
23. November 2009 at 4:46 pm eminenz Hinterlasse einen Kommentar
Digitalks Spezial: Medienkompetenz für JournalistInnen
Was muss der/die JournalistIn von heute können? Definitiv mehr als ihre KollegInnen aus den 90er Jahren. Neue Medien haben diesen Berufszweig revolutioniert, neben der Erschließung von neuen Vertriebswegen bieten sie eine Vielzahl an neuen Werkzeugen. Wer neue Medien richtig benutzen will, muss sich die notwendigen Kompetenzen aneignen.
Darüber geht es im Digitalks Spezial: Medienkompetenz für JournalistInnen am 2. Dezember 2009 ein.
Location: Museumsquartier Wien, Raum D /quartier21, EINTRITT FREI Einlass & Networking: 18:30 Uhr
Vorträge: 19:30 Uhr
ORF-Journalistin Sonja Bettel und Trainerin Lena Doppel widmen sich einen Abend lang jenen Fragen, die auch die Medienlandschaft im Moment stark beschäftigt: Was ist zu tun, wenn alte Medien sterben und neue noch nicht gefunden sind? Sind BloggerInnen und JournalistInnen “Natural Born Enemies”? Wo lohnt sich die Auseinandersetzung um Qualität versus Schnelligkeit und wer sollte sie führen? Ein großer Block beschäftigt sich mit dem Thema Medienkonvergenz: Welche neuen journalistischen Szenarien machen Sinn? Welche Zusatzkompetenzen sollte sich jede/r JournalistIn – neben ihrem angestammten Feld – in jedem Fall aneignen?
Wenn Ihr Interesse geweckt ist, bitten wir Sie, sich unter http://www.digitalks.at/digitalks/anmeldung anzumelden. Die Veranstaltung selbst ist kostenlos.
Online-Journalisten bleiben Thema bei KV-Verhandlungen
In einer Konferenz der BetriebsrätInnen praktisch aller österreichischen Medien haben die BetriebsrätInnen dem Präsidium der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp einen klaren Auftrag erteilt. Gegenstand der Beratungen in Wien waren die seit einiger Zeit laufenden Versuche der Herausgeber, aus dem JournalistInnenkollektivvertrag zu flüchten. Jüngster Anlassfall sind die Vorgänge im „WirtschaftsBlatt“. ++++
Diese Ausgliederungen geschehen vor dem Hintergrund angelaufener Verhandlungen über einen neuen Rahmenkollektivvertrag für JournalistInnen. Einstimmig fordern die BetriebsrätInnen, dass bei den KV-Verhandlungen Mindeststandards eingehalten werden. Konkret: Der Geltungsbereich eines künftigen KV muss unmissverständlich definiert sein und weiter gehen als bisher – künftige Regelungen müssen Online-JournalistInnen einbeziehen, Umgehung der Fürsorgepflicht der Arbeitgeber verhindern und freie MitarbeiterInnen deutlich besser als bisher schützen. Zudem muss durch eine künftige Regelung verhindert werden, dass Schlupflöcher existieren, um aus dem KV zu flüchten. Diese Bestimmungen müssen sicherstellen, dass es nicht einzelnen Betroffenen überlassen bleibt, gegen KV-Flucht vorzugehen.
In der Präsidiumssitzung der Journalistengewerkschaft heute Mittwoch wurden diese Aufträge einstimmig beschlossen. Ebenso einstimmig hat das Präsidium dem Betriebsrat des „WirtschaftsBlatts“ gewerkschaftlichen Rechtsschutz für den Fall zugesichert, dass rechtliche Schritte gegen eine Ausgliederung von Redaktionsmitgliedern zu ergreifen sind. Eine solche Ausgliederung ist vom „WirtschaftsBlatt“-Vorstand für den 1. Oktober angekündigt worden. Von den BetriebsrätInnen und ihrer Gewerkschaft werden alle erforderlichen Schritte für allfällige Kampfmaßnahmen eingeleitet. Gleichzeitig bekennt sich die Journalistengewerkschaft zu den Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag, die nun endlich forciert weitergeführt werden müssen. Die Gewerkschaft wird dem Herausgeberverband (VÖZ) noch heute einen Terminvorschlag übermitteln.
Sowohl BetriebsrätInnen als auch die Gewerkschaft kritisieren die jüngste Vorgangsweise der Herausgeber auf das Schärfste. „Sie gefährdet den sozialen Frieden, die Sozialpartnerschaft und verstößt massiv gegen den üblichen Umgang“, so Franz C. Bauer, Präsident der Journalistengewerkschaft. „Und vor allem ist der Versuch, JournalistInnen in Gewerbekollektivverträge zu drängen, ein Anschlag auf die Freiheit von Medien und damit auf die Demokratie selbst. Hier geht es nicht nur um gefährliche wirtschaftliche Schlechterstellung vieler, hier geht es um Grundrechte.“




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